Nachdem sich der Verlag mit der Auslieferung des Buches relativ viel Zeit gelassen hat, war ich umso gespannter, als es hieß, dass "Elfenwelten" erschienen sei. Meine Erwartungen an die Qualität der Zeichnungen wurden nicht enttäuscht. Natürlich muss man bereit sein, sich darauf einzulassen, eine andere Sichtweise gelten zu lassen. Man sollte nicht meinen, dass die Zeichnungen das eigene Bild, das man sich über die Jahre hinweg gemacht hat, zerstören würden. Die Bilder stellen Interpretationen der Künstler dar, deren Sichtweise anders und trotzdem gleichberechtigt ist. Ich sehe mir die Bilder an und denke: "Ah, so stellt sich Jenny Dolfen also Noroelle vor." Mit meiner Meinung muss das ja nicht identisch sein, und man sollte nicht denken, dass sie dadurch untergraben wird.
Die Zeichnungen gefallen mir jedenfalls sehr gut, vor allem diejenigen, die Vahan Calyd, Yulivee, Noroelle, Alathaia, die Ordensritter, den Kampf zwischen Giliath und Farodin und die Befragung Lyndwyns durch Birga zeigen.
Manche Darstellungen fehlen mir dagegen. Statt Vahan Calyd gleich auf drei Bildern zu verewigen, hätte es sich sicher gelohnt, Aniscans und Iskendria, sowohl die Stadt als auch die Bibliothek, darzustellen. Auch ein Bild vom Devanthar in Menschengestalt, vorzugsweise von Bruder Jules, hätte ich mir gewünscht. Aber man kann nicht alles haben.
Die Photographien sind Geschmackssache. Ich sehe kein Problem darin, Menschen wie etwa Alfadas durch echte Personen darzustellen, bei Elfen wird es schon etwas schwieriger. Trolle und Kobolde? Besser nicht.
Alles in allem bin ich also durchaus zufrieden. Warum trotzdem nur vier Sterne? Von einem knapp 100-seitigen Artbook, das mit etwa 25 ¤ relativ teuer ist, sollte man erwarten können, dass die Bindung das erste Durchblättern übersteht...
Meine Empfehlung gilt allen Elfenfans, die bereit sind, andere Interpretationen neben der eigenen gelten zu lassen und die bereit sind, dafür 25 ¤ auszugeben.