Kurzbeschreibung
Es sind viele Geschichten, die in "Elfenmond" zu einem einzigen Roman verwoben sind. Das Schicksal des bösartigen Magiers, der seiner Tochter aus Machthunger grausame Dinge antut, aber sein Leben aufs Spiel setzt, um sie zu beschützen. Die Geschichte eines Monstrums, dessen Leben eine Lüge war und natürlich die Romanze eines jungen Trottels zu einem Wesen, dessen wahre Natur niemand zu kennen schien. All dies vor dem Hintergrund einer Welt, in der auch erfahrene Fantasy-Leser so manche Überraschung erleben werden. Eigenwillige Götter, aufdringlichen Feen und Dämonen mit Spaß der Folterung von Bäumen. Das ist Elfenmond. Und egal ob es Ihnen gefallen wird oder nicht, ist eines garantiert: Etwas vergleichbares haben Sie noch nie gelesen.
Über den Autor
Guido Krain arbeitet seit 8 Jahren als freier Autor und Journalist. Nach mehreren Computer-Fachbüchern legt er nun seinen ersten veröffentlichten Roman vor.
Auszug aus Elfenmond von Guido Krain. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Säuerlicher Geruch drang in seinen Geist und brachte ihm beinahe sein Bewußtsein zurück. Brütend dümpelte er an der Grenze der Wirklichkeit; untergetaucht in seiner eigenen Welt aus schmutzigen Brauntönen. Nur ein kleiner Teil seines Geistes konnte die unerträglichen Schmerzen seinen funktionslosen Augen zuordnen. Und sogar dieser Schmerz verkam in dieser braunen Hölle zur Bedeutungslosigkeit. Das Bild eines hageren Elfen schwamm mit ihm in seiner Welt. Cowan? Der Name kam wie von selbst, trug aber die gleiche Sinnentleertheit wie alles andere in sich. Cowan trug eine jener seltsamen Birnen, die mit Tabetha unter der Erde hausten. Er drehte sie zu sich und begann mit verzücktem Grinsen ihre Augen in rot und schwarz zu bemalen. Doch ehe er fertig wurde, verwandelte die Birne sich in Olira, wie sie tot auf ihrem Krankenbett saß, und ließ Cowan amüsiert auflachen. Er fragte sich, ob er nicht einfach hier bleiben sollte. Hier in einer braunen Hölle aus Schmerzen und Erinnerungen aber voller Bedeutungslosigkeit. Ein neuerlicher Schwall des säuerlichen Geruchs durchschnitt die Fäden, an denen sich sein Geist so weit aus dem Nichts herausziehen konnte. Er taumelte zurück in die namenlose Schwärze, aus der er heraufgetrieben war. Euphorie begleitete seinen Sturz. Oder war es euphorisches Entsetzen? Er hätte sich gewünscht, schreien zu können. "Du Versager!" riß ihn die Stimme in das Sein zurück. Die Welt war heller geworden und roch nach feuchter Erde. Aber die Besitzerin der Stimme konnte er nicht sehen. Er konnte überhaupt nicht sehen und doch war dort ein "Fleck" zwischen seinen Augen, wo er noch weniger sah. Es war so absurd, daß ein Teil von ihm amüsiert war. Er wußte ja nicht einmal, wo seine Augen waren. "Was bist Du doch für eine armselige Kreatur?" beleidigte ihn die Stimme erneut. Er wußte, daß diese Stimme schon häufig so zu ihm gesprochen hatte und ihn maßlos damit ärgerte. Doch jetzt ärgerte sie ihn nicht. Sie tat ihm weh. Hilflos suchte er im weißen Nichts nach der Urheberin, versuchte zu erklären, sich zu rechtfertigen, doch seine Stimme versagte ihm den Dienst. Vom anderen Ende der Wirklichkeit meldete sich ein stechender Schmerz aus seinem Unterkiefer. Wie konnte er sich so weit von ihm entfernt haben? "Wage es nicht einfach zu verschwinden! Ich bin noch nicht fertig mit Dir!" Im Schneckentempo dämmerte die Erkenntnis. Es war Latrodas Stimme. Warum mußte sie ihn sogar hier heimsuchen? Hätte sein Geist ihm nicht wenigstens die erste Baan ersparen können? Doch etwas war seltsam an ihrer Anwesenheit. Sie war ...tröstlich? Und gleichzeitig fehlte etwas: Die Bedeutungslosigkeit. Beruhigt sank sein Geist wieder in die Niederungen der Nichtexistenz herab.