Zum Inhalt:
Das Buch beginnt mit einem richtigen Knaller: Valerie kommt nach Hause und erwischt dort ihre Mutter mit ihrem Freund. Daraufhin läuft sie weg.
In New York rasiert sie sich erst einmal den Kopf kahl und gerät dann an eine Gruppe Jugendlicher, die in einem verlassenen Bahntunnel hausen. Luis, Dave und Lolli erledigen Botengänge für Elfen und sind alle abhängig von einem Elfenheilmittel, das bei Menschen einen drogenähnlichen Rausch auslöst.
Auch wenn Val anfangs nicht an Elfen glaubt, muss sie recht bald feststellen, dass alles wahr ist.
Durch einen dummen Fehler ihrer Freundin Lolli muss Val sich für einen Monat in die Dienste eines zunächst furchterregend erscheinenden Trolls stellen. Erst mit der Zeit zeigt Ravus sein wahres Ich und Val verliebt sich in ihn.
Aber es gibt eine Verschwörung gegen Ravus und Val muss kämpfen, wenn sie das Leben ihres Freundes retten will.
Kritik:
Das Buch ist leicht und schnell zu lesen, die Sprache ist flüssig und passend für die Zielgruppe gewählt.
Von der ersten Seite an war mir Val sympatisch, ich mochte sie lieber als Kaye, die Protagonistin von "Elfentochter/Elfenkönigin", die immer negativ auffallen wollte und das "Bad-Girl" raushängen lässt.
Val ist eher ein ganz normales Mädchen, das durch einen Schicksalschlag in eine blöde Situation gerät.
Auch die anderen Charaktere sind sympatisch und glaubwürdig, keiner von ihnen ist gut oder böse, alle haben ihre persönliche Geschichte und handeln so, dass für sie der größte Nutzen dabei herauskommt. Dadurch wirkt die Geschichte trotz der Fantasy-Elemente realistisch und wie aus dem wahren Leben entnommen.
Die Handlung ist mitreißend und temporeich erzählt, ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt und hatte es innerhalb eines Tages durch. Es bleibt spannend bis zum Schluss, vor allem das Finale hat es in sich.
Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen, sie war sehr originell und ungewöhnlich.
Das Cover finde ich schön aufgemacht, es passt zur Düsternis der Geschichte. Auch der Titel ist passend, auch wenn erst zum Schluss klar wird warum.
Schade ist es, dass auch in dieser Reihe die englischen "Faries" zu deutschen "Elfen" wurden, was man sofort mit Tolkiens perfekten Geschöpfen verbindet. Diese Elfen jedoch sind vielfältig und düster und ich würde dafür die Bezeichnung "Feen" besser finden, einfach um den Unterschied aufzuzeigen. Aber das ist ein Problem der Übersetzung, darauf hat die Autorin leider keinen Einfluss.
Auch hätte ich es besser gefunden, wenn die Bücher in Deutschland in der richtigen Reihenfolge erschienen wären (1. Elfentochter, 2. Elfenherz, 3. Elfenkönigin).
In diesem Buch kommen Kaye und Roiben zwar nicht oft vor, dafür spielen Luis und Dave im dritten Buch eine große Rolle. Da ich diesen schon kannte, wusste ich auch schon wie es mit diesen beiden weitergeht und dadurch ging ein wenig die Spannung verloren.
Dennoch fand ich es ein tolles Buch, das mich in seinen Bann gezogen und mich gut unterhalten hat. Die Autorin zeigt, wie ein einziger Augenblick ein ganzes Leben verändern kann und auch einen Menschen zu einem ganz anderen macht. Ich kann diese Buchreihe jedem weiterempfehlen, würde aber raten sich an die Originalreihenfolge zu halten, da einem sonst teilweise die Spannung genommen wird.
Wem diese Bücher gefallen, kann ich auch Melissa Marrs Reihe ans Herz legen:
1. Gegen das Sommerlicht (engl. Wicked Lovely)
2. Gegen die Finsternis (Ink Exchange)
3. Für alle Ewigkeit (Fragile Eternity)
4. Radiant Shadows (bisher nur auf englisch)