Die Anthologie "Elfenzauber" widmet sich den kleinen, geflügelten Wesen, die in unserer Sagenwelt einen hohen Stellenwert einnehmen und gerade von jungen Lesern sehr geliebt werden. Speziell an sie richtet sich dieses Buch auch. Die einzelnen Elfen-Geschichten sind sehr kurz und eignen sich sowohl zum selbst Schmökern als Einstieg in die Welt der Bücher als auch zum Vorlesen.
Es werden verschiedenste Geschichten erzählt. Zum Beispiel eine, in der ein Mädchen seine Großmutter kennen lernt, die bald sterben wird und ihr einen musikalischen und fantastischen Gruß mit auf die Reise ins Jenseits gibt. Sie stammt aus der Feder von Isabel Abedi. In Astrid Lindgrens Erzählung borgt sich eine kleine Elfendame das Spitzentaschentuch eines Mädchen, um sich daraus ein Kleid für einen Ball zu fertigen. "Jalishas Gast", von dem uns Katja Brandis berichtet, ist ein sehr ungewöhnlicher für das Elfenvolk, sie lädt nämlich einen Troll zu einer Feier ein. Marie-Aude Murail schreibt von einem Elfen in einer Schachtel, der niemandem so recht real vorkommen will, Steve Augarde von den Verschiedenartigen, die sich in die Welt der Menschen begeben und dort einem Fuchs begegnen, Wolfgang und Heike Hohlbein von einer Elfe, die von finsteren Gestalten bedroht wird und Erika Dühnfort von einem jungen Geiger, der sich nichts sehnlicher wünscht, als die Elfenkönigsweise spielen zu können. "Als ich über Nacht Flügel bekam" von Martine Dierks erzählt von einem Mädchen, das selbst eine Elfe ist, Sofia Ananda Abedi berichtet von einem Mädchen, das eine Schar von Elfen retten muss und Sissil Chipman führt uns in die Welt von "Ravenhill", in der Zwerge den Menschen übles wollen.
Was bei der Lektüre von "Elfenblut - Zauberhafte Geschichten" auffällt ist leider, dass ein Großteil der Geschichten keine in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten sind, sondern lediglich Auszüge aus Romanen. Hier hat man sich zwar Mühe gegeben, sie dank einer kurzen Einleitung, die einen in die Handlung einfühlt, verständlich zu machen, dies gelingt aber nur teilweise. Man merkt trotzdem deutlich, dass es sich nur um Fragmente handelt, was besonders für junge Leser schade ist, die gerne wissen wollen, wie die Geschichte weitergeht. Besonders gelungen hingegen sind die Geschichten von Isabel Abedi, Katja Brandis und Martine Dierks. Bei ihnen stehen ganz klar die Figuren im Vordergrund und trotz ihrer Kürze, findet man sich schnell in die Handlung ein und kann mit den Protagonisten fühlen.
Die Elfen in den einzelnen Geschichten sind meist die kleinen Wesen mit Flügeln, wie sie auch auf dem Cover zu sehen gibt. So entsteht trotzt der verschiedenen Autoren ein gutes Gesamtbild. Dank der einfachen Worte, denen sich die Autoren sich bedienen, sind die Kurzgeschichten tatsächlich schon für sehr junge Leser geeignet und überfordern diese nicht.
Ein besonderes Extra ist die Verpackung des Buches, es befindet sich nämlich in einer so genannten "Liquid-Bag". Das ist eine Plastik-Tasche, die mit einer schillernd-bunten Flüssigkeit gefüllt ist, in diesem Fall einer gelb-orangenen, und sie enthält zusätzlich sehr elfenhaften Gold-Glitter. Damit wird das Büchlein zu einem kleinen Schmuckstück im Kinderzimmer.