Auf 200 Seiten und zu einem erschwinglichen Preis stellt die Autorin in lockerem Erzählstil dem Leser alles vor, was man als Laie für die kommende Frauenfußball-WM wissen muß. Es ist kein Buch für Kenner und Fans des Frauenfußballs, da gibt es andere Titel. Aber ein prima Einstiegsbuch.
Im ersten Teil erzählt Frau Gundel kurz die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland.
Im Hauptteil (knapp 120 Seiten) stellt sie eine durchaus subjektive Auswahl von aktiven oder ehemaligen Fußballerinnen und Trainerinnen, eine Funktionärin und eine Schiedsrichterin vor. Die persönlich gehaltenen Portraits (Fotos aller Personen sind übrigens sehr wohl im farbigen Bildteil des Buches zu finden!) liefern interessante Einblicke in die vielseitigen Charaktere wichtiger oder wichtig werdender Frauen im Fußball.
Dies sind im Einzelnen:
- Inka Grings (Nationalspielerin, Top-Stürmerin)
- Silvia Neid (früher Nationalspielerin, jetzt Bundestrainerin)
- Lira Bajramaj (Nationalspielerin, Autorin einer lesenswerten Autobiografie)
- Martina Voss-Tecklenburg ( früher Nationalspielerin, hoffentlich bald wieder Trainerin)
- Simone Laudehr (Nationalspielerin)
- Nia Künzer (früher Nationalspielerin, jetzt u.a. ARD-Expertin)
- Kim Kulig (Nationalspielerin)
- Nadine Angerer (Nationalspielerin, Torfrau Nr. 1)
- Alex Popp (Nationalspielerin, letztes Jahr U20-Weltmeisterin)
- Birgit Prinz (Kapitänin der Nationalmannschaft)
- Steffi Jones (früher Nationalspielerin, jetzt DFB-Funktionärin)
- Bibiana Steinhaus (FIFA-Schiedsrichterin)
Im dritten Teil folgen einige Anekdoten und kurze Artikel rund um die Nationalmannschaft der Frauen.
Insgesamt ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen und eine unbedingte Empfehlung für alle, die zum ersten Mal was über Frauenfußball lesen wollen.
Warum nur 4 Sterne??
Wegen zweier Kritikpunkte: Am Anfang und am Ende des Buches schreibt DFB-Präsident Zwanziger. Mittendrin noch eine Sammlung lobender Zitate über ihn. Ist mir zuviel der Ehre für und zuviel von diesem älteren Herrn.
Zum anderen meint die Autorin, sich in einem Artikel dafür rechtfertigen zu müssen, daß sie dieses Buch schrieb. Was soll das? Wer Frauenfußball nicht mag, soll das Buch nicht lesen, für alle anderen ist diese Rechtfertigung so überflüssig wie nur irgendetwas!!!