Ich muss gleich vorneweg sagen, dass ich den ersten Teil der Trilogie mit Callie und Ralston sehr gelungen fand und ihn nicht aus der Hand legen konnte.
Den zweiten Teil habe ich nicht gelesen, weil mich der Plot nicht interessiert hat - man kann den dritten Teil ohne Probleme lesen, da alles Notwendige des zweiten Teils (St. John und Isabel) doch noch mal kurz angerissen wird.
Überraschenderweise hat mich der Beginn dieses dritten Teiles nicht gleich mitgenommen (so wie es bei Teil 1 der Fall war), sodass ich den Roman noch einige Tage liegen ließ. Dann verschlang ich ihn aber, bis auf dass mich das Ende wiederum etwas - wie soll ich es sagen, enttäuscht ist nicht das richtige Wort - durch seinen unrealistischen Ausgang überrascht hat?
Anstatt dass ich den Inhalt wiederhole, möchte ich Pro und Contra loswerden:
PRO
- Das Beste am Buch: Ein Held, der auf die Reputation achtet! Das fand ich extrem positiv, im Gegensatz zu den typischen Romance-Helden, die nur ihre Abenteuer im Kopf haben etc. Es war wenigstens ein bisschen realistisch, wie Simon eine sich so ungewöhnlich verhaltende Frau nicht heiraten will, wie er ihre Art verabscheut und durch seinen Titel arrogant auf sie herunterblickt - bis er sich dann weiterentwickelt und lernt, dass Reputation nicht alles ist und eine Liebesbeziehung eben auch an die Ecken der Gesellschaft stößt. Sehr schöne Entwicklung!
- Simon widersetzt sich von Anfang an der Heldin und versucht trotz der offensichtlichen physischen Anziehungskraft, ihre Emotionen zu bekämpfen.
- Die Nebenauftritte von Callie und Ralston: Wundervolle Charaktere, von denen es einfach Spaß gemacht hat, zu lesen, wie ihr gemeinsames Leben weitergeht.
- Eigentlich fand ich Juliana im 1. Teil ein wenig nervig: Im 3. Teil entwickelte sie sich für mich doch recht symphatisch, da man ihren inneren Kampf im Schatten ihrer Mutter nachvollziehen kann und man auch spürt, wie sie bereits in Simon verliebt ist und hofft, ihn aus seinen sturen Vorstellungen zu befreien, sie sich aber gleichzeitig bewusst ist, keine Zukunft mit ihm zu haben.
CONTRA
- Das Ende, das sehr unrealistisch ist [Spoiler: - ein Duke, der aus der Gesellschaft ausgestoßen wird??? Ich finde, etwas weniger Dramatik hätte nicht geschadet, da auch ohne diese Verstoßung" durch den ton" die Veränderung im Charakter Simons deutlich geworden wäre.]
- Das ewige Betonen und Wiederholen, dass Juliana aus Italien stammt und sie ja sooo anders ist als die englischen Ladies. Auch hier hätte man es ohne die ständigen Wiederholungen verstanden, welche Charaktereigenschaften Juliana vom Rest der englischen Damen unterscheidet, aber dieses Klischee-Denken geht im Laufe des Buches leider auf die Nerven.
Ich habe bei der Bewertung zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt... 4 Sterne, weil Mac Leans Schreibstil so erfrischend ist, die Charaktere mir ans Herz gewachsen sind und es einfach schön war, die Geschichte der Ralstons weiterzuverfolgen. 3 Sterne dann doch wegen der Contra-Punkte...