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Produktinformation
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Selbst wenn man das geballte Wissen Babyloniens, des Pythagoras, der astrologischen Philosophie des hellenistischen Alexandria, dem frühen christlichen Mystizismus, dem Okkultismus der frühen Gnostiker, der hebräischen Kabbala, der indischen Veden, dem chinesischen “Kreis der Toten” und dem ägyptischen “Buch der Meister des geheimen Hauses” anwendet, ist man immer noch nicht annähernd dran, den genetischen Code von “Eleven” zu knacken, Namitos langerwarteten, ersten Longplayer, der nun auf Martin Eyerers Kling-Klong-Label erscheint.
Der Dj und Produzent, einer der Zenmaster der aufkeimenden Berliner Szene, verlieh während der Neunziger Jahre seinen Fähigkeiten in der legendären Bagwan-Disco auf dem Ku’damm den Feinschliff, während er in der dazugehörigen Kommune Musik lebte und atmete, und fing an, mit seinen eigenen Produktionen die Szene zu infiltrieren, nachdem er einfach so ein ganzes Studio von einer Krautrock-Legende “erbte”. Einer der vielen glücklichen Umstände, die Namitos Lebensgeschichte zu einer solch außergewöhnlichen machen. Und seine Musik so reichhaltig.
“Eleven” hat all dies und mehr: die Deepness der Latenightgrooves, kombiniert mit jener audiophiler Finesse, die Namitos Produktionen so tight und knackig machen. Eine sehr entspannte Einstellung und eine Menge Wissen und Feeling, gepaart mit lebhaftem Vorstellungsvermögen runden das Angebot ab und resultieren in einem massiven Ritt, der niemals abgelutscht oder vorfabriziert klingt.
Der Opener “Zizou” bestimmt das Tempo; eine Suche nach dem Sound, der die Geister weckt und die Sinne vitalisiert. Erschütternde Bassbeben schichten sich über windende Synths, die die hochfliegendsten Momente aller Zeiten ins Gedächtnis rufen. Rassig reinfadend macht sich der rasante “The Curve” breit, tatsächlich ein Fluch für jene, die den Club eigentlich schon verlassen wollten. Ein Ding der Unmöglichkeit.
Schimmernd wie die Patina einer Stadt in weiter Ferne -- eine Reise auf einem magischen Teppich, der aus trancigen Pads gewebt ist - breitet sich “Seven Hours” unter dem fliegenden Hörer aus. Ein lang-anhaltender Mindtrip der einen auf die höchsten Levels pusht. “Train 2 Teheran” arbeitet auf einem ähnlichen Level, zielt aber tiefer, und zwar ganz genau unter die Gürtellinie. Deep und stürmisch, kann dieser Zug einfach nicht zum Anhalten gebracht werden; ein Akt wie die Eroberung eines verlorenen und wiedergefundenen Paradieses.
“Who Knows” wirft eine Menge Fragen auf und beantwortet sie im gleichen Atemzug -- eine katharsische Befreiung, die durch haarsträubende Bassdrums vorgenommen wird. “Another Life”, produziert mit seinem besten Freund Martin Eyerer der auch halbwegs für Namitos ambitiöse Wiedergeburt als einer der talentiertesten deutschen Produzenten verantwortlich gemacht werden kann, und Stephan Hinz, ist einer vollkommensten Tracks des Albums. Sich langsam aufbauend, verhakt sich der äußerst verführerische Groove im Inneren und kehrt das Innerste nach Außen, während glitzernde Synths das Unterbewusstsein kitzeln, bevor der Track in einem fulminanten Breakdown einen funky Höhepunkt erreicht. Exzellent. Das Album schließt in einem tiefgreifenden, nachdenklichen Exkurs, in dem die äußeren Gefilde der Soundexperimentation ergründet werden , exploring the outer realms of sound experimentation -- ein perfektes Ende.
“Ich produziere seit über dreizehn Jahren elektronische Musik,” strahlt Namito, “und nun kann ich endlich stolz von mir berichten, meinen eigenen ‘Trademark Style’ gefunden zu haben. Als Namito klinge ich undergroundig und clubby mit Panache, und ich bin nicht gewillt, da Kompromisse zu machen.” Yeah: Die Musik in Namito ehrt die Musik in dir.
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