nicht nur an Silvester ein guter Zeitpunkt um dieses neue absolut rootsige Album meines verehrten Dave Alvin einzulegen. Stell ich im Nachhinein doch noch fest.
Obwohl, an Silvester, da hat es besonders gut gepasst. Draussen ein Kracher nach dem anderen, Raketen, Sternchen,
Spiralnebel, glühende Feuer am verhangenen Nachthimmel, so verhangen dass man den Polarstern gar nicht sehen konnte.
Hier drin Dave Alvin, ich mit ihm unterm Kopfhörer. Elf songs, elf besungene Gründe, die mich immer wieder in
Daddy Alvins verlässliche Arme sinken lassen. Wie so oft zuvor.
Auf vergangenen Alben war er zwar noch leiser, raunender, flüsternder, hier legt er ganz schön los, on the
road, the rocky road...
Zumindest bei - HARLAN COUNTY LINE - und - JOHNNY ACE IS DEAD -, bis zu - BLACK ROSE OF TEXAS -, da achtet man auf
die irisierenden Silvesterspots überhaupt nicht mehr und geniesst nur Daves reduzierte , so beruhigende Stimme und
dem subtilen Gitarrenspiel, dejavu Mark Knopfler, der auch versteht wie man - leise sprechend - das Wesentliche
deutlich ausdrückt.
Zwischendurch gibts Zunder anhand einer abgeklärt trockenen performance mit - GARY, INDIANA 1959, fordert und
lässt sich mich auch mal umdrehen in Daves Armen. - Trocken - wird von - treibend, intensiv , bei - RUN CONEJO RUN -
getoppt, sex, promises kommen darin vor, through the dark night into the rising sun... Testosteron given by Dave,
na bitte, wirkt.
Und siehe da, der toughe Kerl kommt ganz schön runter bei - NO WORRIES MIJA -, ermöglicht mir auch, runterzukommen, down to earth, back to roots, listening. - Please remember, you ll always be mine -. Genau so. No worries to cross
the borderline.
Bringin the family , zumindest seinen - brother in strings - , Blaster-master Phil, im bruderschafts-aufarbeitenden
Titel - WHAT S UP WITH YOUR BROTHER -, Phil immer noch schräg, etwas kurzatmig, keine Ahnung wieviele - lucky
strikes- der inzwischen gequalmt hat... Amüsant, das Geplänkel zweier vertrauter...
Bei - MURIETTAS HEAD - rockt Daddy Dave auch nicht so ganz allein weiter, Schulter an Schulter steht wiederum der
britische Solitär Mark Knopfler, gefühltes teamwork, kommt gut. Midnight is over, der neue Tag lässt sich groovig
an, goin on..., starker Titel, stark.
Ach ja, was wäre ein - new years beginnin - ohne Daves verschlungensein mit Christy McWilson, deep country, deep
Vertrautsein, aufeinander einlassen, vertraut im Rythmus, so im Gleichklang. Harmonie ohne die eigene Identität zu
verlieren und zu biegen. Sehr gut.
Dave allone bei - NIGHTGOWN -, tief, carvend, pulsierend, auch die Gitarren, passt . Bevor das swingige , verspielte - TWO LUCKY BUMS - , aber da kräht doch Bruder Phil wieder rein ? - in den Neujahrsmorgen entlässt,
der erst so richtig hell wird wenn - ELEVEN-ELEVEN wiederum abgespielt und abgefühlt wird.
Meistens steh ich ja allein da mit meinen Rezensionen zu Alvins Scheiben, deshalb nenn ich das ganze mal
-Sevens Eleven-.
Und wenn hier ein Kommentar kommen sollte, das wäre eine gefühlsduselige Frauenrezi , dann ist das so.