INTRO
Das knallt. Sie reiten wieder, und weil you never get a second chance to make a first impression, hier nun das, was mir, the unprepared, um die Ohren flog: angenehm durche Probier-mal-Helium-mit-Prozac-Chöre, die in mexikanischen Zungen singen, auf einem Desperado-Western-Gitarrenteppich, durchsetzt mit Wirkware aus defunkten Leierorgelspritzern, für alle, die mal wissen wollen, wie das klingt, gleichzeitig "Planet Claire" von den B-52s und eines dieser Ventures-Killer-Instrumentals in elektronifiziert zu hören. Dieses Debüt könnte gut als Anschauungsmaterial für multimediale Musikhandbücher dienen; wenn es z. B. darum geht, das Wort "Groove" zu definieren, diese komplizierte Mixtur aus Relaxedness und Intensität, die hauchdünnen rhythmischen Unsauberkeiten, die den Hörer, d. h. seinen Körper, fast zwingend einbeziehen, so als wäre die körpereigene Taktung, die sich mit naturgesetzlicher Notwendigkeit in Tanz niederschlägt, die Korrektur der unsauberen Off-Beat-Rhythmik. Nicht zu vergessen auch all diese Elektronikschnipsel, durchweg Elektronik mit Charakter, nämlich vergewaltigte, kläglich fiepsende, kunstvoll gequälte schmutzige Elektronik. Kein Wunder, arbeitete die Band doch unter der Sonne Kaliforniens mit Craig Borrell und Ross Harris von Sukia zusammen. Kaum zu glauben, daß bei all dem so viele Hände im Spiel waren: An der Single "Corazón" z. B. durften sich 18 DJs austoben, und dennoch klingt's wie aus eines funky Titanen Ärmel geschüttelt.
Thomas Hübener / Intro - Musik & so
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