Produktinformation
|
| Disk: 1 |
|---|
| 1. Seven Nation Army |
| 2. Black Math |
| 3. There's No Home For You Here |
| 4. I Just Don't Know What To Do With Myself |
| 5. In The Cold, Cold Night |
| 6. I Want To Be The Boy To Warm Your Mother's Heart |
| 7. You've Got Her In Your Pocket |
| Disk: 2 |
| 1. Ball And Biscuit |
| 2. The Hardest Button To Button |
| 3. Little Acorns |
| 4. Hypnotize |
| 5. The Air Near My Fingers |
| 6. Girl, You Have No Faith In Medicine |
| 7. Well It's True That We Love One Another |
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Schziophrenie soweit das Auge (und das Ohr) reicht: Die White Stripes machen im Lo-Budget Format Schrammel-Rock-Blues, sind auf MTV und VIVA dauerpräsent und steigen mit "Elephant", ihrem mitttlerweile schon viertem Album auf Platz Eins in die britischen Charts ein. Das Video zur ersten Single dürfe ungefährt genausoviel gekostet haben wie die Produktion des Albums. Sie weigern sich konsequent, Bassspuren auf ihre Aben zu lassen und trotzdem wird "Seven Nation Army", die erste Single, von einer Bass-Melodie getragen, die Jack White auf seiner Gitarre imitiert hat. Mann und Frau. Rot und Weiss. Geschwister oder Ehepaar ?
Es hört sich zugegebenermassen wie Anekdoten aus dem Irrenhaus für Musiker an, was das zur Zeit wohl populärste Duo in der Rock-Szene veranstaltet. Die Kompromisslosigkeit ist eines ihrer Markenzeichen,
"There's no Home for you here, don't go away" singt Jack White mit nasaler Stimme und einer Hingebung, die allerdings offenlässt, ob er den Tränen nahe ist, oder sich gerade ins Fäustchen lacht über den Coup, den seine Band gelandet hat. Verwirrung auf allen Ebenen.
Die Musik in sich ist homogen, keine Frage: Ein paar, musikalisch alles andere als melodisch oder pop-artig klingende, Akkorde und ein kurzes Gitarrensolo genügen meist um zusammen mit Megs Drumparts und den Vocals einen Song zu bilden. Vor allem: Das ganze hat Charme. Viel davon.
Und es funktioniert: Nachdem die Platte nach der Single (die als Opener fungiert - irgendwie logisch) etwas in Bedeutungslosigkeit abzurutschen droht, wird das es ab Track Nummero Fünf, namentlich "In the cold, cold night", einer von Meg gesungenen Ballade, schwer den eigenen Ohren zu trauen: Songs wie man sie sich als Musikfan erträumt berühren plötzlich das Ohr um kurz darauf wieder Platz zu machen für ein paarr schiefe Akkordfetzen. Jack White schüttelt mitreissende Melodien reihenweise aus seinem Ärmel bzw. seiner Gitarre. Mehr benötigt er selten - warum auch ?
Auch wenn dieses Album eigentlich ein ständiges Auf- und Ab zwischen Begeisterung und Verwirrung für den Zuhörer darstellt, kann man sich der speziellen Magie schwer entziehen: Die experimentelleren Tracks haben da sowas, ja, sowas eigenes, was schwer zu beschreiben ist, und die restlichen sind so oder so grosse Songs, denen man gar nicht entkommen will.
Die White Stripes kommen mit "Elephant" nicht an die Spitze von irgendeiner Szene, sondern schlicht irgendwohin, in ein musikalisches Niemandsland, in das ausser ihnen vielleicht in Zukunft einmal die Moldy Peaches kommen werden und wo Sonic Youth vor ein paar Jahren mal vorbeigekommen sind, um kurz zu rasten und dann weiterzuziehen. Gerade dieses schwer kategorisierbare kann begeistern, wenn man von der alltäglichen Musik genervt ist. Wie konnte man diese Band jemals in einen Topf mit den ganzen "The"-Bands werfen ?
"I'm not a genius, but maybe you remember this" spekuliert Jack White in seinen Vocals und fasst sein neues Baby damit treffender zusammen als es Heerscharen von Musikjournalisten vermögen.
Musik mit Gefühl. Musik, die die Lethargie beendet, die man empfindet, wenn man zuviel Musik kennt. Musik, die man fühlt. Starke Platte.
Highlights: It's true, that we love one Another / Seven Nation Army / In the Cold, Cold Night
Meg spielt Schlagzeug, Jack bearbeitet die Gitarre und singt. Da fragt sich der geneigte Leser: Wo ist der Bass? Wo ist die zweite Rhythmusgitarre? Die Antwort darauf: Gibt es nicht und braucht es auch nicht! Die beiden angeblichen Geschwister zeigen, wie man minimalen musikalischen Aufwand zur Kunstform erhebt. Und zu dem ganzen singt Jack White in euphorischer Extase wie weiland Robert Plant bei Led Zeppelin.
Überhaupt- die musikalischen Referenzen und Vorbilder der White Stripes sind allgegenwärtig: das geht von den frühen Leds zu Cheap Trick, und auch Burt Bacharach (dessen "I just don't know what to do with myself" auf der Platte gecovert wird) und Sonic Youth schauen mal vorbei. Eine wilde Mischung also, der es jedoch nicht an Eigenständigkeit fehlt. Und so haben die Geschwister White eine ganz große Platte des Jahres 2003 gemacht.
Textlich stehen die Stripes an der Grenze zwischen Kitsch und Kunst. Abstrakte Wortschnipsel werden mit Wortneuschöpfungen kombiniert, dann aber geht es auch oft um das klassische Thema (=Liebe)und um Obsession.
Alles in allem eine Platte für Leute, denen bewusste Künstlichkeit und Selbstinszenierung von Musik und Kunst kein Dorn im Auge sind. Und denen der Bass nicht fehlt...
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|