Auf über 300 Seiten erzählt Cynthia Moss das Leben der Elefanten im Amboseli National Park in Kenia. Moss beobachtete die Elefanten über 13 Jahre lang; eine titanische Aufgabe, wenn man die Umstände bedenkt, unter denen die Erforschung geschah.
Das Buch liest sich wie ein Familienroman: Moss führt den Leser ein in die komplexe Struktur der Familien und der Clans. Der Leser lernt die Akteure eingehend kennen: Die Matriarchin, Schwestern, Tanten und Onkels, die Neugeborenen, die eifersüchtigen Geschwister und die hormongetriebenen Bullen.
Aufgrund der Dauer der Beobachtung und der wissenschaftlichen Grundlage mit der dies geschah, werden sämtliche Ideen und Theorien über das Leben der Elefanten mit vielerlei leicht nachvollziehbaren Fakten untermauert oder entkräftet.
Der Leser erlebt die Freuden und das Leid der Elefanten hautnah mit. Auch der ständige Konflikt mit den Menschen, die im oder an den Grenzen des Parks leben, wird eingehend beschrieben.
Insgesamt ist das Buch sehr lesenswert. Moss gelingt es, durch die detailreiche Beschreibung das Wesen der Elefanten zu erfassen. Der Detailreichtum ist aber auch die Schwäche des Buches: Man muss einige Zeit investieren, um die komplexen Verhältnisse der Elefantenfamilien zu verstehen. Wer genügend Englisch versteht, sollte auf jeden Fall die englische Fassung lesen. Für diejenigen, die weniger Zeit haben, steht die, stark gekürzte, deutsche Fassung bereit. In Deutsch ist das Buch erschienen unter dem Titel "Das Jahr des Elefanten".
Fazit: Ein Buch für alle diejenigen, die sich für Afrikas Elefanten interessieren. Als Kurzlektüre sei auf die deutsche Version des Buches verwiesen.