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Eleni ist eine historische Figur. Sie lebte als Bäuerin in einem griechischen Bergdorf, in einer einfach aber fest gefügten Gemeinschaft, in der alles Handeln stets den Männern vorbehalten blieb. Verheiratet mit einem Mann, der es vorzog, in Amerika zu leben, versucht sie in der vergifteten Atmosphäre des Bürgerkriegs (1946-1949) ihre vier Töchter und ihren Sohn Nicholas allein großzuziehen. Als ihre halbwüchsigen Töchter von den Partisanen zwangsrekrutiert werden sollen, sinnt sie auf Flucht.
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Das Schicksal dieser Bäuerin Eleni Gatsoujannis aus dem Bergdorf Lia, die gestorben ist, damit ihre Kinder leben können, hat mich tief beeindruckt. Darum bin ich im Sommer 2002 im Wohnmobil mit meiner Familie nach Lia gefahren, ohne zu ahnen, dass auch dieser Besuch sehr tiefe Eindrücke hinterlassen würde. Schon bei der Ankunft trafen wir zufällig auf zwei Männer, denen wir den Grund unseres Besuchs mitteilten. Mir fehlten im ersten Moment die Worte, als sich herausstellte, um wen es sich handelte: Einer von beiden war nämlich der Autor des Buches, Nicolas Gatsoujannis, Elenis Sohn!
Auch Kanta, eine von Elenis Töchtern, war während unseres Besuches im Dorf anwesend. Leider kam es nicht zu einem Gespräch mit ihr.
Wie durch das Buch versucht Nicolas Gatsoujannis (oder Nicolas Gage, wie er sich nennt), auch auf andere Weise, die Erinnerung an seine Mutter wach zu halten. So hat er dafür gesorgt, dass eine Straße in Lia nach seiner Mutter benannt worden ist - die „Odos Eleni Gatsoujannis". Geht man auf dieser Straße bergaufwärts, gelangt man bald zu dem Haus, in dem er als Kind mit seiner Mutter, seiner Großmutter und seinen Geschwistern gelebt hat. Es wird derzeit durch seine Initiative wieder in den damaligen Zustand versetzt und soll den Besuchern des Dorfes als Museum zur Verfügung stehen.
Anfänglich noch etwas scheu trauten wir uns bald, einzelnen Dorfbewohnern, auf die wir bei unserem Spaziergang zufällig trafen, Fragen zu stellen - über ihre Erinnerungen aus der Zeit des Bürgerkrieges, über das Schicksal von Eleni usw. Zu unserer Überraschung erhielten wir bereitwillig Auskunft. Tief beindruckt haben mich die traurigen, fast verzweifelten Augen eines alten Mannes, der mir auf meine Fragen hin nur verriet, dass er selbst damals ein „Andarte" gewesen sei. Nicht seine Worte, nur seine Augen verrieten etwas über die tiefen Schatten, die die tragischen Erlebnisse jener Zeit über sein Leben geworfen haben mussten. Freundlich wurden wir von drei älteren Frauen an den Tisch gebeten. Im Gespräch stellte sich bald heraus, dass zwei von ihnen vor nicht langer Zeit aus Bulgarien in ihr Heimatdorf zurückgekehrt waren - Opfer der im Buch beschriebenen „Pädomasoma" (Kindesentführung), denn sie waren im Kindesalter ihren Müttern entrissen worden - von Andartes, die ihnen eine kommunistische Erziehung in einem Land des Ostblocks zugedacht hatten.
So stößt man in Lia auch heute noch, über 50 Jahre nach dem Horror des Bürgerkrieges, auf zahlreiche Spuren jener Zeit.
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