Das Buch ist in 3 Hauptteile mit Unterkapiteln sowie in einen Anhang mit weiteren Kapiteln, darunter ein Literaturverzeichnis und ein Personenregister gegliedert.
Teil 1 - Vernunft und Glaube: Zum Problem eines rational verantwortbaren Gottesglauben
Im ersten Unterkapitel wird im Wesentlichen die Argumentation von Hans Küng in seine Büchern "Christ sein" und "Existiert Gott?" zusammengefasst. Dies ist aus meiner Sicht das am schwersten lesbare Kapitel, was aber weniger dem Autor sondern der verschlungenen Argumentation und unklaren Begriffswahl Hans Küngs anzulasten ist, der ausgiebig zitiert wird. Im Folgenden wird Küngs Auseinandersetzung mit dem kritischen Rationalismus dargelegt.
Teil 2 - Ein Schleichweg zu Gott: Die Vernunft im Dienst menschlicher Wünsche
Hans Albert zeigt hier zunächst auf, dass uns Küng im Rahmen seiner Diskussion über Grundvertrauen und Wirklichkeit mit der "einzigen Alternative" zu erpressen versucht, eine eher schwache und leicht zu widerlegende Argumentationsfigur, die aber in der Theologie häufig Anwendung findet. Es folgen die Darlegungen der theologischen Schwächen in der Auseinandersetzung mit dem Atheismus, dem Nihilismus sowie dem Küng'schen Wirklichkeitsverständnis. Albert zeigt auf, Das Küng bereits bei seinen Definitionen des Gottesbegriffes den Wunsch zum Vater seiner Gedanken gemacht hat und seine Gottesdefinitionen bereits das Postulat der Existenz Gottes enthalten. Diese scharfsinnige Analyse ist nicht gerade schmeichelhaft für einen Theologen wie Küng, der für sich in Anspruch nimmt, seinen Glauben rational verantworten zu können. :-)
Teil 3 - Zur heutigen Problemsituation: Das Gottesproblem und die Fehlbarkeit der Vernunft
Im dritten Teil des Buches wird diskutiert, wie die Theologie und der Gottesglaube eigentlich in unser heutiges, modernes Weltbild passt. Metaphysische Existenzannahmen, wie die mit dem Gottesglauben verbundene, lassen sich heute nur aufrecht erhalten, wenn man sie ausreichend gegen unser übriges Wissen isoliert, so dass sie für Erklärungen keine Rolle mehr spielen und ihre Verankerung in unserer Gesamtauffassung der Wirklichkeit verlieren. Dieser Satz bringt nach meiner Ansicht das Elend der heutigen Theologie auf den Punkt.
Obwohl keine ganz leichte Lektüre, ist das Buch aus meiner Sicht auch für den bemühten philosophischen und theologischen Laien verständlich und gut zu lesen. Hans Albert zeigt immer wieder Humor bei seiner Bloßlegung theologischer Schwächen, so dass ich an vielen Buchstellen schmunzeln und an einigen sogar laut auflachen musste. Fünf Sterne für dieses gelungene Buch.