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Elementarteilchen

Christian Ulmen , Moritz Bleibtreu , Oskar Roehler    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Christian Ulmen, Moritz Bleibtreu, Franka Potente, Martina Gedeck, Corinna Harfouch
  • Regisseur(e): Oskar Roehler
  • Komponist: Martin Todsharow
  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Highlight
  • Erscheinungstermin: 5. Oktober 2006
  • Produktionsjahr: 2006
  • Spieldauer: 108 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000G02TNK
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.759 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Moviemans Kommentar zur DVD: Die DVD ist technisch gut umgesetzt, bei den Extras gibt es in gleich 3 Menüpunkten Trailer (DVD-Empfehlung, Besonderer Filmtipp und Trailershow), was den ersten fülligen Bonuseindruck deutlich schmälert. Das Making Of ist gelungen, das Kapitelmenü könnte übersichtlicher sein.

Bild: Der optische Eindruck ist sehr plastisch und bisweilen hochscharf (03.25). Dies zeigt sich vor allem auch in der perfekten Tiefenschärfe z.B. im Wohnzimmer, in der nahe wie weite Details, auch kleine, scharf umrissen abgebildet werden (07.55). Der Kontrast ist praktisch optimal in der Darstellung vieler feiner Graustufen, auch in Innenräumen. Nur gelegentlich kommt es zu leichtem Blockrauschen (01.30). Die Farbwiedergabe ist sehr stabil und neutral in seiner Sättigung gehalten. Nur in den Rückblenden sind die Farbwerte demonstrativ stark überzogen, um den Flashback-Charakter zu unterstreichen (10.55). Rauschen tritt nur sehr leicht in größeren hellen Flächen auf und stört nicht weiter.

Ton: Die deutsche 5.1-Spur ist in recht vital und spart auch nicht mit Umgebungsatmo. Dennoch will sich der Raumeindruck nicht so recht entfalten, Stimmung aufkommen. Gelegentlich treten kleine Effekte auch aus dem Bildschirm heraus. Die Dialoge sind kraftvoll, vor allem Bleibtreus Stimme kommt sehr voluminös aus den vorderen Kanälen. Auch außerhalb des Centers kommen die Dialoge gelegentlich zum Zuge und verbreitern so gelungen die Bühne.

Extras: Das Making of ist grundsätzlich interessant, nur stört mich dabei der primitive Sprecher, dem man seine Langeweile beim Ablesen des Textes förmlich "ansehen" kann. Auch kann ich bei Eichingersätzen wie "Es gibt 2 Liebesgeschichten: Die des einen Bürgers zu der anderen Bürgerin und die andere des Bürgers und der anderen Bürgerin" nur der Kopf geschüttelt werden. Aber der weitere Informationsgehalt ist doch deutlich größer. --movieman.de

Produktbeschreibungen

Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu) sind Halbbrüder mit zwei äußerst unterschiedlichen Veranlagungen: Während Michael als Molekularbiologe so gut wie kein Interesse an Frauen hat, rennt Bruno von einem "One-Night-Stand" zum nächsten. Als Michael eines Tages seine alte Freundin Annabelle (Franka Potente) und Bruno seine Urlaubsbekanntschaft Christiane (Martina Gedeck) trifft, scheinen sie endlich die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch das Glück währt nur kurz. Denn beide Frauen erkranken schwer und Michael und Bruno stehen vor der Entscheidung: altgewohnte Einsamkeit oder neuartige

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
...das ist des Lebens Sinn 7. Dezember 2009
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:DVD
Wenn man die Fülle sorgfältig balancierter Kraftfelder bei Seite lässt, die sowohl den Bestseller Houellebecqs als auch die Verfilmung auszeichnen, ist die Handlung schnell angerissen:

Zwei Halbbrüder, gesegnet mit einer unbeschwert durchs bunte Leben vögelnden Hippie-Mutter, begegnen einander immer mal wieder kurz, aber intensiv zwischen den Schleuderfahrten ihrer Lebenswege. Beide finden spät - zu spät - zur Liebe ihres Lebens.

Das klingt so simpel, beinhaltet aber eine Welt von Gefühlen, Gedanken und Philosophien. Der Film überzeugt als köstliche Komödie, als Beziehungsdrama, Roadmovie, Gesellschaftskritik, Science-Thriller und fast schon klassische Tragödie.

Will man sich mit einem derartigen Kaleidoskop kritisch auseinandersetzen, stolpert man allzu leicht in die Falle, einzelne markant gezeichnete Elemente der Episoden - aus der Balance des Ganzen herausgerissen - zu überbewerten.

So, wie man nicht eine einzelne Tonspur eines Konzertes beurteilt oder mit der Lupe ein Gemälde untersucht, so kann man auch diesen Film nicht wie ein Anatomielehrling in Bröckchen zerlegen und hoffen, dem Gesamten dabei auf die Spur zu kommen.

Natürlich wurden die Lebenswege der Brüder schon im Buch kunstvoll komponiert, um die Spannung zwischen der festgefahrenen Situation des heutigen Menschen und der Vision einer höher entwickelten Art aufzubauen. Der psychotische Bruder steht für die Sinnlosigkeit unserer Existenz, der Wissenschaftler bereitet den Weg zu einer evolutionären Fortentwicklung unserer Art.

Letzteres wird im Film leider nur angedeutet*, aber erst mit dem Verständnis dieser Beziehungen wird aus einem interessanten Film ein großes Kunstwerk. Mit dieser nicht unwesentlichen Einschränkung sind Drehbuch und Regie von Oskar Roehler zu loben.

Den vorzüglichen Darstellern - für mich herausragend in den feineren, aber schwierigeren Rollen Christian Ulmen als Michael und Franke Potente als Annabelle - sowie der sensiblen Kamera von Carl-Friedrich Koschnick gilt mein ganz besonderer Dank.

Die Filmkritik endet hier also mit einer klaren Empfehlung - aber nicht für jedermann/frau:

Wer sich wirklich als "Krone der Schöpfung" empfindet, wer Probleme mit realistischen Darstellungen menschlicher Sexualität hat, wer klare Ausrichtungen erwartet oder komplexen Auseinandersetzungen mit existenziellen Fragen nichts abgewinnen kann, wird an "Elementarteilchen" vermutlich weniger Freude haben.

ANMERKUNGEN ZUR FRAGE DER UMSETZUNG

Möglicherweise haben die Filmmacher die wissenschaftliche Grundidee des Romans in den Hintergrund geschoben, um die Akzeptanz des Films bei einem breiteren Publikum nicht zu gefährden.

Ohne Zweifel müssen Produzenten das Bashing einer selbstberufenen "Öffentlichkeit" fürchten, wenn sie sich mit Fragen der Unzulänglichkeit der menschlichen Konstruktion und deren bewusster Neugestaltung befassen; die "Krone der Schöpfung" kann und darf man nun mal nicht "verbessern", meinen zumindest viele sehr auf sich selbst fixierte Exemplare der Art.

Nach den inzwischen bekannten Reaktionen fragt man sich aber, ob es wirklich klug war, solchen Befürchtungen das eigentliche(!) Thema des Romans zu opfern. Wer die anderen Bücher von Houellebecq gelesen hat, weiß, dass ihm der genetisch-gesellschaftliche Fragenkomplex ganz sicher nicht als "Nebenthema" in die Elementarteilchen geflossen ist.

Obwohl man den intellektuellen Reiz opferte, kann das so "geschonte" breitere Publikum ganz offensichtlich mit dem Rest des Films auch nicht wirklich etwas anfangen. Denn die vielleicht erhofften geilen großen Massen lockte man auch mit billiger Sexwerbung nicht in die Kinos, da konnte man die paar Sekunden in einem Swinger-Club noch so episch im Trailer ausbreiten.

So gesehen hätte auch wenig geschadet, wenn Kulturhoheiten in der Presse den Film wegen der Science-Fiction gefetzt hätten - aber für diejenigen, die mit dem Ganzen (ich meine das Ganze!) umgehen können, es sogar schätzen oder lieben, hätte eine unzensierte Verfilmung mehr geboten.

Die Chance zu ewigem Ruhm liegt nicht darin, kleinkariert auf den Plebs zu spekulieren. So, wie es jetzt ist, kann man den Streifen nur dann wirklich verstehen und genießen, wenn man vorher das Buch liest. Und so, wie es aussieht, wird der Roman zur Elite der Weltliteratur zählen, während der Film dem Publikum nicht mehr allzu lange als "irgendeine deutsche TV-Produktion mit ein paar Kopulations-Szenen" in Erinnerung bleiben wird.

Was drin ist, ist drin - das ist des Lebens Sinn? Eigentlich hätte Houellebecq mehr verdient, aber auch die ansonsten guten Ansätze der Verfilmung, für die es hier vier Sterne regnet.

film-jury 4* A0036 12.5.2010eg Genre: Drama | Romanze
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42 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
"Man darf den Film nicht mit dem Buch gleichsetzen. Um ein 400 Seiten-Werk auf 100 Filmminuten zu komprimieren, muss man notwendigerweise Handlungsstränge kürzen, Personen rauslassen oder auf bestimmte Charakterzüge limitieren. Der Film sollte wie das Buch als eigenständiges Werk dastehen." Diese weisen Worte, im Interviewteil gesprochen von Koproduzent Oliver Berben, geraten zur Ehrenrettung dieses Films. "Elementarteilchen" angemessen zu verfilmen ist schließlich ein Anspruch, an dem man nur scheitern kann. Vom französischen Skandalbuch zum deutschen Unterhaltungsfilm ' das Ergebnis ist zwangsweise das Ergebnis einer starken Transformation. (Ich betone die Nationalitäten deshalb, weil die extreme Darstellung von Sexualität und Geisteskrankheit eine ur-französische Sache ist, man denke an den Film "Baise-moi" ' oder eben Houellebecqs Romane selbst. Deutschen hingegen stehen Filme wie "7 Zwerge" einfach besser. Meine Ansicht.)

Und so nimmt Regisseur und Autor Oskar Roehler den Roman auch komplett auseinander und konstruiert aus seinen Einzelteilen einen völlig neuen, kohärenten Ablauf, der mehrere Jahrzehnte auf ein paar Monate eindämpft. Das ist ihm auch sehr gut gelungen. Leider bleiben dabei so einige Aspekte gänzlich auf der Strecke:

Dass Houellebecqs spannende Auseinandersetzungen mit Huxley, Leary, der Quantenphysik, der Molekularbiologie oder der Hippie-Kultur nicht im Film unterzubringen sind, da kann man Roehler keinen Vorwurf machen. Auch die Gestaltung der Charaktere hält sich stark an der Romanvorlage ' und bleibt doch immer mindestens einen Schritt dahinter zurück.

Moritz Bleibtreu als Bruno vermittelt durch verstärkten Tränendrüseneinsatz zwar die Verzweiflung seiner Figur. Die pochende innere Leere, die durch einen unstillbaren Sexhunger gefüllt werden will, vermittelt er hingegen nicht. Klar, hätte man hier den Roman umgesetzt, hätte Bleibtreu mehr Masturbations- und Sexszenen gehabt als Dialoge. Im Film zerbricht er am Selbstmord seiner letzten Liebe. Im Buch läuft sein Leben komplett ins Leere, nachdem ihm klar wird, dass damit die letzte Chance, überhaupt Liebe zu finden, verloren ist. Die Trauer hingegen spielt da keine große Rolle.

Christian Ulmen als Mich(a)el Dzjerdzinski degradiert den ebenfalls innerlich toten und in der realen Welt orientierungslosen Wissenschaftler zum liebenswert- unbeholfenen Nerd. Keine theoretischen Krisen, auch sein Forschungsthema, die Reproduktion des Menschen ohne Sexualität bleibt eine reine Requisite. Hier ist besonders viel vom theoretischen Sprengstoff des Buches drangegeben worden.

Franka Potente als Annabelle kommt besonders gut weg. Während Houellebecq für sie ihm Buch unheilbaren Gebärmutterkrebs und Suizid vorsieht, schenkt ihr Roehler ein Happy End mit ihrer Jugendliebe Michael. Dass die Gebärmutter nun futsch ist, ist im Film lediglich ein kleiner Wermutstropfen, macht ja auch nichts, der Mann ist ja Wissenschaftler, der kann uns ja alle klonen. Ihre Enttäuschung vom Leben ist ein Lippenbekenntnis, zudem sieht Potente einfach mal zu frisch und '-wie auch Bleibtreu und Ulmen- zehn Jahre zu jung aus, gerade nach der Krebs-OP.

Am besten besetzt ist da noch Martina Gedeck als Brunos späte Geliebte Christiane, die als einzige aussieht, wie die Rolle, die sie spielt und die glaubwürdigste Figur des Films darstellt. Letztlich hat der Regisseur aus der Vorlage einen brav-netten Liebesfilm gemacht, der einen im Glauben an die Liebe zurücklässt, während Houellebecq eine weitaus düsterere Weltsicht offenbart, der einen am Sinn von wirklich Allem zweifeln lässt.

Als das, was es ist und sein soll, kann der Film durchaus überzeugen: ein guter, deutscher Unterhaltungsfilm mit hochwertiger Besetzung. Aber eben einer, der sich zu seiner Romanvorlage verhält wie Beck's zu Absinth.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Houellebecqs Roman erzählt die Geschichte zweier Halbbrüder Bruno und Michel, die beide von ihrer egoistischen Mutter im Hippie-Wahn vernachlässigt und abgeschoben wurden. Aus Bruno ist nach mehreren Schicksalschlägen ein sexistischer, aber sexuell frustrierter Lehrer geworden, der sein Heil in ausschweifenden Orgien sucht.

Michel ist ein in sich gekehrter Molekularbiologe, verklemmt und sexuell eher desinteressiert. Er verliebt sich, aber hat am Ende des Buches deutlich wenig Interesse an sexueller Nähe. Schließlich entdeckt er die Möglichkeit der Erschaffung neuen Lebens ohne sexuellen Kontakt. Das Buch endet mit der Ausbreitung der neuen "Superrasse", menschenähnliche Wesen mit Vermehrung ohne sexuellen Begehren und Kontakte, die die bisherige Menschheit zurück und ins Abseits drängt.

In drastischen sexuellen Bildern beschreibt Houellebecq die Handlungen.

Der Film wartet mit weit weniger drastischen Bildern auf, allerdings bleiben diese dennoch ziemlich heftig und sind sicherlich nicht jedermans Sache.

Unumstritten die Leistungen von Moritz Bleibtreu und Christian Ulmen, besonders letzterer, der den gehemmten und zurückgezogenen Michel, der lediglich ein seiner Arbeit lebendig scheint, grandios verkörpert. Auch Bleibtreu mimt den eher unsympathisch wirkenden Bruno hervorragend.

Franka Potente, die die spätere Freundin Michels darstellt ist eher hölzern, Martina Gedeck hingegen spielt ihre Rolle als Brunos Freundin, mit ebenso sexuellen Frust und hilfloser Suche nach Erfüllung und Liebe

überzeugend.

Der große Unterschied zum Buch ist die eher versöhnliche Wendung der Geschichte. Die Schaffung der neuen "Rasse" wird gerade in einer Randnotiz im Abspann erwähnt, Bleibtreu hat sich ( nach Selbstmord von Gedeck und sein dadurch herbeigeführtem seelischen Zusammenbruch ) zwar in eine innere Scheinwelt zurückgezogen, in der er jedoch für sich sehr glücklich lebt.

Manche surrealistisch wirkende Komikszenen wirken teilweise fehl am Platz ( Vogel fällt auf einmal Mal tot von seiner Stange im Käfig - mit einem Rumms, selbstredend -, Ulmen wirft ihn stoisch wirkend in den Küchenabfalleimer )!!

Dennoch ist der Film ein "typisch deutscher", aber ein sehr guter und zum Ansehen wert. Rasant die Erzählweise und auch der Soundtrack.

Als getreue Romanverfilmung nicht sonderlich gelungen, als Film für sich eine deutsche Perle des Jahres 2006!
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