Das Buch enthält neben einem Theorieteil viele Anregungen zur praktischen Umsetzung mit Arbeitsmaterialien. Es deckt eine Marktlücke ab, da es an Trainings mangelt, die Kinder mit Lernfrust und Misserfolgserlebnissen wieder motivieren.
Einige Übungen kennt man in ähnlicher Form von den ADHS-Trainingsmaterialien bei Lauth und Schlottke. Deshalb eignet sich das Material nicht nur für Kinder mit Lernstörungen wie Legasthenie, LRS und Dyskalkulie, oder mit sonstigen Lernschwierigkeiten, sondern auch für Kinder mit ADHS.
Manche Übungen fordern kreatives Denken, indem Bilder vervollständigt werden sollen, andere Einheiten üben das Sich-Selber-Instruieren, sehr innovativ sind auch die Arbeitsblätter, in denen Kinder lernen, sich selber einzuschätzen, sich Ziele zu stecken, das Ergebnis zu überprüfen und daraus Planungen für den nächsten Durchgang zu machen. Reflektion, weg von interindividuellen Vergleichen hin zu Vergleichen mit sich selber und der eigenen Leistungssteigerung.
Selbsteinschätzung und strategisches Handeln können so spielerisch trainiert werden. Die Selbstinstruktionskarten sind ebenfalls ähnlich wie die aus dem Lauth und Schlottke - Konzept.
Selbst Personen, die möglichst wenig lesen und gleich mit dem Umsetzen beginnen wollen, kommen gut mit der Arbeitsmappe zurecht. Kopie machen, Kurzinstruktion lesen und fertig. Je länger man mit dem Material arbeitet, desto mehr entdeckt man die vielfältigen Möglichkeiten und kann das Material dazu nutzen, Gespräche miteinander zu starten, um gemeinsam zu reflektieren.
Wofür eignet sich das Training? Was kann geübt werden?
- Herstellen von Erfolgserwartung und positive Selbstzuschreibungen (Attribuierung)
- Fähigkeit zur Selbstevaluation und Reflektion
- Strategien, wie man an Aufgaben systematisch herangeht
- Inneres sich anleitendes Sprechen
- Lernen, sich realistische Ziele zu stecken
Ich kann es nur jedem empfehlen, Sonderpädagogen, Lehrer, die in der Primar- oder Sekundarstufe 1 unterrichten oder Förderkurse machen, Lerntherapeuten, Legasthenietherapeuten, oder im Rahmen einer Verhaltenstherapie zu schulnahen Themen auch Therapeuten.
Denkbar ist dass auch Eltern sich darin versuchen können. Es erfordert allerdings dann eine Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstwirksamkeitserwartung, Misserfolgserwartung, Attribuierung und Lernschwierigkeiten. Diese ist nämlich sinnvoll, um das Potential des Materials durch anschließende Gespräche voll auszuschöpfen.