Ich wünschte mir generell eine Sternunterteilung in Sterne für "absolut" und Sterne "dem Preis entsprechend". Absolut würde ich nur 3 Sterne geben, dem Preis entsprechend bis jetzt 5.
Allerdings ist dies mein erstes E-Bike, und von Fahrrädern generell habe ich keine Ahnung. Im Mittelgebirge wohnend, war mir bisher das Radfahren zu anstrengend, ich wurde regelmäßig krank davon (z.B. Dauerhusten), kann hier 10 km besser laufen als radeln.
Das McFun City hat nicht nur einen sehr akzeptablen Preis, sondern auch der Preis für einen Ersatzakku ist akzeptabel. Deshalb habe ich es bestellt.
Weitere Pluspunkte:
1. Die Anfahrhilfe ist super
2. Das Gewicht des Rades liegt für Elektroräder noch im Mittelfeld
3. Der Einstieg ist wirklich tief und bequem
Lieferung 5 Wochen nach Bestellung. Entgegen meinem Vorredner fand ich das Zusammenbauen nicht nur nicht einfach, sondern ich konnte es gar nicht. Mein Nachbar half mir, wusste ab und an auch nicht recht weiter, ein anderer Nachbar kam und half - so zweieinhalb Stunden dauerte es. Die Anleitung ist sehr mangelhaft. Erster gravierender feststellbarer Fehler: Das Akkuschloss ließ sich nicht öffnen. Fast hätte ich das Rad zurückschicken müssen, doch ein netter Schlüsseldienstler half. Der zweite Nachbar übrigens besah sich das Rad und sagte, dass er das Rad sofort zurückschicken würde, weil es ein Mistrad sei, die Teile total veraltet, der Rahmen nicht richtig verschweisst und nicht stark genug ausgelegt, die Bremsen schlecht, besonders am Hinterrad dürfe es so nicht sein...
Ich bedankte mich für diese Hinweise, meinte jedoch, dass ich selbst all diese Mängel mangels Fachwissen ja gar nicht bemerken würde, habe mir aber vorgenommen, das Rad möglichst nicht auf unwegsamem Gelände einzusetzen.
Beide Nachbarn übrigens konnten mit Angaben lt. rudimentärer Bedienungsanleitung wie "Das Drehmoment der Hinterradeinstellung sollte mindestens 30 Nm sein" nichts anfangen.
Das Fahren mit dem Rad ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber abgesehen von der Unsicherheit für mich, das doch recht schwere Rad zu lenken und gleichzeitig ohne Rücktritt zu bremsen, fährt es sich recht gut. Der Akku schafft hier im Mittelgebirge ziemlich genau 35 km. Das ist nicht sehr weit, man braucht einen Ersatzakku. Vor allem weiß ich nicht, was für eine Art Akku das ist, das ist nirgends angegeben. Wenn der Akku Memoryeffekt hat, muss man unbedingt so gut wie leer fahren, doch dann hängt man leicht irgendwo mit leerem Akku und kriegt das schwere Rad nicht mehr vorwärts. Ob man diesen Akku zu leer fahren kann, ist auch nirgends angegeben. Deshalb habe ich einen Ersatzakku bestellt, um bei fraglichen Wegen und Ladestand einen voll geladenen Akku einsetzen zu können. Die Anzeige ist sehr ungenau; es gibt 5 rote Streifen, einer davon zeigt nur an, dass der Akku eingeschaltet ist, einer steht für leer - und da weiß man dann nicht, wie leer (Memoryeffekt!?).
Bei stärkeren Steigungen schaffe ich es übrigens nicht, das Rad soweit anzufahren, dass der Motor anspringt. Da muss ich absteigen und schieben, und merke wieder, wie schwer das Rad ist. Das kommt öfter vor, wenn ich vor der Steigung bremsen muss z.B. wegen unserer rissigen schlaglöcherigen Wege und Straßen oder wegen freilaufender Hunde. Es kommt mir so vor, als müsse man für den E-Antrieb mindestens dreimal die Pedale rund treten und das auch relativ schnell. Schafft man das nicht, hat man keinen E-Antrieb.
Meine Frage an den Verkäufer, wie man die Gangschaltung am Besten bedient, wurde beantwortet: "Na so, wie man Gangschaltungen immer bedient." Danke, das hilft mir ungemein weiter. Es entstand bei meiner Frage schon bei den Nachbarn ein Disput, ob man während des Tretens oder im Freilauf schalten soll.
Beim Schalten gibt es ruckartige Unterbrechnungen, die man am Berg auch nicht unbedingt brauchen kann, auch befürchte ich, dass irgendwas passiert, wenn ich dann zu stark trete. Einmal blockierten auch schon die Pedale, da bin ich schnell abgestiegen und mit etwas Rückwärtschieben ging es wieder.
Insgesamt hilft mir das Fahrrad sehr gut beim Einkaufen, längere Touren kann ich wegen der kurzen Reichweite damit nicht machen, einen Ersatzakku mitführen ist keine Lösung, weil die Akkus 10 kg schwer sind - wehe man hängt damit irgendwo mit einer Panne. Ladezeit übrigens 9 Std.
Allerdings scheinen mir nach Allem, was ich bisher über E-Bikes gelesen habe, die Mängel dieses Rades nicht mehr oder größer zu sein als die teurerer E-Räder. Ich hoffe, dass es da in den kommenden Jahren deutliche Verbesserungen gibt, denn in Bezug auf Umweltschutz wäre das Elektrofahrrad im innerstädtischen Bereich auch im Mittelgebirge einfach Gold wert.