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Der Elektrische Michelangelo
 
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Der Elektrische Michelangelo [Gebundene Ausgabe]

Sarah Hall , Peter Torberg
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 414 Seiten
  • Verlag: Liebeskind; Auflage: 1., Aufl. (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393589032X
  • ISBN-13: 978-3935890328
  • Originaltitel: The Electric Michelangelo
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 324.516 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Keine Frage, Sarah Hall hat gut recherchiert. Und trifft mit ihrer Prosa einen eigenen Ton. Eindringlich beschreibt sie das illustre Treiben im Seebad Morecamb Bay an der englischen Nordwestküste und im Vergnügungspark auf Coney Island in den 20er Jahren. Plastisch erzählt sie die Geschichte des Tätowierens: Ein Panoptikum gestrandeter Gestalten zwischen Freakshow, Vaudeville und zerbröckelnder Hafenromantik. Am Anfang kann der 2004 für den Booker Prize nominierte Roman mit atemloser Prosa in den Bann ziehen. Doch die Schilderungen des jungen Cy, der sich der Tätowierkunst verpflichtet, in die neue Welt auswandert und am Ende desillusioniert wieder heimkehrt, können die Spannung nicht über 400 Seiten halten. So detailverliebt Hall uns die Hinrichtung eines Zirkuselefanten oder die Verwandlung einer Akrobatin in ein ganzkörpertätowiertes Kunstwerk auch miterleben lässt - keine ihrer Figuren geht dem Leser wirklich nahe. Sie bleiben allesamt Jahrmarktsattraktionen. Lauter kleine effektvolle Sensationen, aber keine wirklichen Menschen. (ascho)

Kurzbeschreibung

Cyril Parks wächst Anfang des letzten Jahrhunderts an der Nordwestküste Englands auf. Nach dem Tod seiner Mutter wird er als Lehrling von dem Tätowierer Eliot Riley aufgenommen, einem notorischen Trinker und Querulanten, der zugleich ein begnadeter Künstler ist. Bei ihm lernt er alles über die Abgründe des Lebens und die hohe Kunst des Tätowierens. In den dreißiger Jahren verläßt Cyril Parks seine Heimatstadt und schifft sich nach Amerika ein, wo er sich auf Coney Island als "Elektrischer Michelangelo" niederläßt. Auf dem ewigen Jahrmarkt vor den Toren New Yorks, zwischen Freakshows und Achterbahnen, verliebt er sich in die Zirkusakrobatin Grace, die mit einem ungewöhnlichen Auftrag an ihn herantritt... Sarah Halls von der englischen Kritik gefeierter Roman ist ein atmosphärisch dichtes, virtuos erzähltes Buch voller skuriller Figuren und Begebenheiten, in denen sich das universelle Drama der Menschheit widerspiegelt.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Jahrmarkttrubel, siamesischen Bardamen und bunte Bilder, 1. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Elektrische Michelangelo (Gebundene Ausgabe)
Anfang des letzten Jahrhunderts wächst Cyril Parks im Seebad Morecambe Bay an der englischen Nordwestküste auf. Cy, der schon immer ein talentierter Zeichner war, tritt dort in jungen Jahren eine Lehre bei Eliot Riley an, dem berühmt-berüchtigten ortsansässigen Tätowierer. Riley ist ein begnadeter Künstler, aber auch ein notorischer Trinker und ein draufgängerischer Querulant, der keinen guten Ruf genießt. Nur als Tätowierer ist sein Ruf tadellos. Cy lernt in seiner Zeit bei Riley viel über die tiefen Abgründe des Lebens und die hohe Kunst des freihändigen Tätowierens. Als Riley dann in den 30er Jahren stirbt, schifft Cy sich nach Amerika ein.

Als Tätowierer kommt er schon bald auf Coney Island unter, dem ewigen Jahrmarkt vor den Toren New Yorks. Hier geht Cy seiner Arbeit nach, tätowiert Meerjungfrauen und Herzen auf Oberarme und trinkt abends im Varga, der Kneipe mit den siamesischen Kellnerinnen, einen Drink - bis die mysteriöse Zirkusakrobatin Grace mit einem äußerst ungewöhnlichen Auftrag an ihn herantritt und Cy sich in sie verliebt ...

Die Lebensgeschichte eines Tätowierkünstlers ist schon für sich genommen ein literarisch eher seltenes Vergnügen. Hall führt eine Reihe skurriler Figuren in die Geschichte ein. Sie widmet sich einem faszinierenden Ausschnitt vom Rande der menschlichen Gesellschaft und erzählt dabei eine Geschichte, die dennoch mitten aus dem Leben gegriffen scheint. Halls Figuren haben Ecken und Kanten. Sie mögen noch so kurios erscheinen und noch so sonderbar wirken, sie wirken dennoch echt.

Hall beobachtet das bunte Treiben im Tätowierstudio von Eliot Riley uns auf Coney Island, erzählt kuriose Geschichten um Tätowierungen und Tätowierte, Geschichten zwischen Schönheit, Schmerz und Leidenschaft. Besonders gut macht sie ihre Sache vor allem aufgrund ihrer herausragenden sprachlichen Fingerfertigkeit. Virtuos jongliert sie mit Worten und zeichnet im Kopf des Lesers farbenprächtige und plastische Bilder - ähnlich unauslöschlich, wie die Bilder, die Cy seinen Kunden mit der Nadel in die Haut ritzt.

Am Ende sind es alle großen menschlichen Gefühle, die der Roman in sich vereint. In "Der Elektrische Michelangelo" spiegeln sich viele Facetten von Liebe, Schmerz und Lebensphilosophie, sowie die dunklen und auch die hellen Seiten der menschlichen Seele wieder. Der Roman bekommt dabei trotz seiner kuriosen, "unnormalen" Figuren etwas Universelles.

FAZIT: Lesenswertes und faszinierendes Kopfkino für alle, die skurrile Figuren mögen. Dass "Der Elektrische Michelangelo" für den Booker-Preis nominiert wurde, kommt nicht von ungefähr.

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