Es hätte die perfekte Aufnahme des Werkes werden können: Ozawa dirigiert eine wahrlich furiose Elektra-Vorstellung, Christa Ludwig gibt noch einmal ein Beispiel ihrer großen Kunst und singt eine beklemmende Klytämnestra, Nadine Secunde muß wohl als die legitime Nachfolgerin von Leonie Rysanek in der Rolle der Chrysothemis bezeichnet werden, sicher als die beste ihrer Generation, ... wäre da nur nicht Hildegard Behrens als Elektra. Sie mag ja bei Lifeauftritten durch ihr suggestives Spiel von ihren stimmlichen Defiziten ablenken können, aber der reine Höreindruck ist leider alles andere als ein Vergnügen: eine unkontrollierte, ordinär klingende Bruststimme, die zudem noch roh in die Höhe getrieben wird, häßliche, hakelige Übergänge zwischen den Registern und ein schlimmes Lispeln verleiden einem diese Elektra leider sehr. Wegen Ludwig, Secunde und dem Dirigat kann man dem Opern-Fan die Einspielung aber als Zweitaufnahme empfehlen.