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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich bin kein Tier - ich bin ein Mensch!, 18. August 2008
DER ELEFANTENMENSCH ist ein Jahrhundertfilm, ein großes, künstlerisches Werk voller Emotion, Schönheit und Poesie, ein Plädoyer für Menschlichkeit und Toleranz. Dass dieser Film ausgerechnet von David Lynch, einem der umstrittensten Filmkünstler überhaupt inszeniert wurde, der nicht gerade für die Zugänglichkeit seiner Filme oder gradliniges Erzählen bekannt ist, grenzt fast an ein Wunder. Dass ausgerechnet Mel Brooks ihn produziert hat, mutet fast absurd an, doch genau so ist es. Mel Brooks hat Lynch die volle künstlerische Kontrolle überlassen, er war sogar einverstanden, den Film in Schwarzweiß zu drehen (und das 1980!).
Der Inhalt: Im endenden 19. Jahrhundert entdeckt der Wissenschaftler Treves (Anthony Hopkins) auf einem Rummelplatz den stark deformierten John Merrick (John Hurt in einer der schwierigsten und großartigsten Darstellungen der Filmgeschichte), welcher dort als Freak ausgestellt wird, um Kinder und Frauen zu erschrecken. Er nimmt ihn in seine Obhut und entdeckt sowohl die feinsinnigen Seiten des "Monsters" als auch seine eigene Menschlichkeit. Doch die Demütigungen der Gesellschaft sind noch nicht vorbei...
DER ELFANTENMENSCH beginnt mit einer surrealen Sequenz, einem Alptraum, der stark an Lynchs "Eraserhead" erinnert. Und es gibt noch mehr, was den Film mit Lynchs übrigen Werken verbindet. Während der Regisseur sonst das Übel hinter der heilen Fassade sucht, entdeckt er hier in der Umkehrung die Würde, Schönheit und Anmut hinter der schlimmsten Fassade, die man sich vorstellen kann. Die Geschichte von John Merrick (die auf einem wahren Fall beruht) lässt niemanden kalt, sie ist sogar so tief berührend, dass es schwerfällt, nach Ansehen des Films die Welt mit gleichen Augen zu sehen. Dabei verzichtet Lynch auf jeglichen Kitsch oder Sentimentalitäten. Seine Inszenierung ist sensibel, aber klar und unprätentiös, er vertraut ganz dem Buch und den Schauspielern, die alle Höchstleistungen vollbringen. Viel mehr muss man gar nicht sagen. Ich kann jedem, der den Film nicht kennt, nur raten, sich heranzuwagen. DER ELFANTENMENSCH ist eine Erfahrung, die das Leben verändern kann und sollte nach meiner bescheidenen persönlichen Meinung Pflichtprogramm an Schulen sein, weil selten so eindringlich und ergreifend Mitgefühl und Respekt gegenüber einem Mitmenschen, der uns zunächst fremd erscheint, einem Publikum vermittelt wird. Sicher, man braucht starke Nerven, weil der Film einen an all den emotionalen Stellen packt, an denen es wirklich weh tut. Aber indem er dies tut, öffnet er vollkommen neue Horizonte. Ein absolutes Meisterwerk, das man nicht genug empfehlen kann!
Zur DVD: Die Edition Universal Klassiker ist identisch mit der Anniversary Edition und zeigt den ELEFANTENMENSCH in hervorragender Bildqualität (anamorphes Cinemascope), Ton ist Deutsch und Englisch 2.0 Stereo), die deutschen Untertitel sind leider nicht optional, das ist schade! Als Extras bietet die DVD die 20-minütige Doku "Der wahre Elefantenmensch", den Trailer, eine Fotogalerie und die Filmografien.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Elefantenmensch, 17. September 2009
David Lynch baut seinen fast dokumentarisch wirkenden Film raffiniert auf: Indem wir John Merricks Gesicht und Gestalt erst nach knapp einer halben Stunde zu sehen bekommen (vorher sieht man ihn nur im Halbschatten oder gänzlich vermummt), schürt er in uns die Angst vor einem "Monster" und bringt uns unbewußt genau auf die Sichtweise, wie er den Jahrmarktbesuchern "präsentiert" wird. Spätestens sobald sich John Merrick als intelligenter Mensch, der lesen und schreiben kann und auch in anderen Dingen außergewöhnlich begabt ist, outet und sein vormaliges Schweigen mit seiner eigenen Furcht vor dem Sprechen begründet, verlieren wir unsere Angst vor seinem deformierten Aussehen, das wir - ebenso wie diesen feinsinnigen und sensiblen Menschen - bald schon als "normaler" empfinden als die Menschen und ihre Verhaltensweisen in seiner Londoner Umwelt. Lynch vermeidet Sentimentalitäten, die bauen sich im Kopf des Zuschauers von ganz allein auf, wenn man in die Seele von Merrick blickt, der eine außergewöhnliche innere Schönheit offenbart.Dann ist man aber zutiefst gerührt, und sicherlich hat mancher Tränen vergossen, der Film ist ein einzigartiges Plädoyer für Humanität. Trevis und seinen Vorgesetzten überkommen bei ihrer "Sozialisierung" und Fürsorge immer wieder Zweifel, ob sie Merrick nicht für die voyeuristischen Gelüste anderer mißbrauchen: erst wurde er für Jahrmarktbesucher zur Schau gestellt, dann (als er kein Wort sprach und als geistig behindert erscheinen mußte) wurde er von Trevis seinen Medizinstudenten und Ärztekollegen als wissenschaftliche "Rarität" vorgeführt, und jetzt, als er in die Londoner Gesellschaft eingeführt wird, wird er da nicht erneut immer nur begafft? Aber dieser Schritt, der von einer Theaterschauspielerin gefördert wird, ist letztlich das einzig Richtige, um Merricks Achtung und Würde, vor allem aber sein Selbstbewußtsein zu stärken, die einzige Möglichkeit, wie er mit seinem Schmerz fertig werden kann und auch die einzige Möglichkeit, wie die Menschen lernen können, mit einem (unfreiwilligen) Außenseiter umzugehen.
Ausgerechnet in diesem Moment, als das Leben für John Merrick ein optimales persönliches Glück erreicht, legt er sich flach zum Schlafen hin, obwohl er weiß, daß diese Stellung für ihn tödlich ist, da sein Blutkreislauf und Herz die
schweren Wucherungen an seinem Kopf und Rücken nicht tragen können. Es bleibt offen ob er mit Absicht sterben will oder ob es im Gefühl des Glücks eine Unachtsamkeit ist. Den Film in Schwarzweiß zu drehen, war Anfang der 80er sicher ungewöhnlich, aber das vermittelt eine realistische Atmosphäre der viktorianischen Periode und erinnert an das London des Charles Dickens aus derselben Zeit. Lynch, der von Mel Brooks alle Freiheiten in puncto Regie, Schnitt und Drehbuch erhielt, gelang es aus einem scheinbar unbequemen und sperrigen Thema eine spannende und ergreifende Geschichte zu machen, die auch an den Kinokassen erfolgreich war. Soviel ich weiß erhielt "Der Elefantenmensch" trotz acht Nominierungen keinen Oscar! Sehr beschämend für Hollywood, das wieder mal dem "Popcorn"-Kino huldigte (1981 war dies vor allem Spielbergs "Jäger des verlorenenen Schatzes") anstatt dieses zutiefst menschliche Plädoyer für Nächstenliebe gebührend zu belohnen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublicher Film, 27. November 2008
Mein Vorredner hat eigentlich alles gesagt.
Nur noch so viel: Es handelt sich bei dem "Elefantenmensch" um ein absolutes filmisches Meisterwerk, dass wahrlich an die Nieren geht. An's Herz sowieso. Pflichtfilm für wahre Cineasten und Leute, die erst noch lernen müssen, was Toleranz und Menschlichkeit sind.
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