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Elefantengedächtnis: Roman [Gebundene Ausgabe]

António Lobo Antunes , Maralde Meyer-Minnemann
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Elefantengedächtnis, 1979 erschienen, hat allen Zauber und alle Unschuld eines Erstlingsromans. Alle Lebensthemen des Autors sind bereits angelegt, noch offen autobiografisch." (Sigrid Löffler)

"Einen besseren Einstieg in das gewaltige Werk des zu Unrecht immer noch nicht Nobelpreis-prämierten Autors kann man sich nicht denken." (AZ)

Klappentext

"Die ästhetische Statur seines Werks weist dieser portugiesischen Gegen-Geschichtsschreibung einen künstlerischen Rang zu wie Faulkner, Virginia Woolf oder García Marquez."
Wolfram Schütte, Frankfurter Rundschau

"Elefantengedächtnis, 1979 erschienen, hat allen Zauber und alle Unschuld eines Erstlingsromans. Alle Lebensthemen des Autors sind bereits angelegt, noch offen autobiografisch."
Sigrid Löffler

"Die enorme Stärke dieses zunächst traditionell wirkenden psychologischen Romans ist seine gedankliche, emotionale und sprachliche Intensität. Dann ist es ein wahrlich stupender und doch gut gezügelter Reichtum an präzisen Gedanken, Assoziationen, Bildern, sprachlich meisterhaft zum Ausdruck gebracht, gemischt mit dem grimmigen Humor dieses Erzählers. [...] Wer so begann, dem konnte man nur sagen: weiter so!"
Hans Martin Gauger, Die Zeit

Über den Autor und weitere Mitwirkende

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren. Er studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges 27 Monate lang Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissabonner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile mehr als zwanzig Titel umfasst und in über dreißig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den "Großen Romanpreis des Portugiesischen Schriftstellerverbandes", den "Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft" und den Camões-Preis.

Maralde Meyer-Minnemann, geboren 1943 in Hamburg, erhielt 1992 den "Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzungen", 1997 den Preis "Portugal-Frankfurt", 1998 den "Helmut-M.-Braem-Preis" und wurde 2005 für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Krankenhaus, in dem er arbeitete, war dasselbe, in das er als Kind häufig seinen Vater begleitet hatte: ein altes Kloster mit einer Bürgermeisteramtsuhr an der Fassade, ein Hof mit rostigen Platanen, Kranke in Uniform, die, von Beruhigungsmitteln schwindlig, aufs Geratewohl herumstreiften, das breite Lächeln des Pförtners, der die Lippen hochzog, als würde er gleich abheben: Hin und wieder tauchte dieser Jupiter mit seinen wechselnden Gesichtern an der Ecke der Station mit einer Plastikmappe unter dem Arm vor ihm auf und streckte ihm ein fordernd-flehendes Stück Papier hin:
– Der Beitrag, bitte schön, Herr Doktor.
Scheiß auf die in Polizeiwachen organisierten Psychiater, dachte er immer, wenn er die hundert Escudos im Durcheinander der Brieftasche suchte, scheiß auf die Großtempel der Psychiatrie, auf die aufgeblasenen Etikettierer des Leidens, auf die Schwachköpfe mit der einzig widerlichen Form der Verrücktheit, die darin besteht, auf das Strafgesetzbuch der Lehrbücher gestützt, die Freiheit fremden Wahnsinns zu überwachen und zu verfolgen, scheiß auf die Kunst der Katalogisierung der Angst, scheiß auf mich selber, schloß er, während er das bedruckte Viereck einsteckte, denn ich mache mit, indem ich zahle, anstatt in den Eimern mit dem verbrauchten Verbandszeug und in den Schreibtischschubladen der Ärzte Bomben zu verteilen, um in einem triumphalen Atompilz einhundertfünfundzwanzig Jahre Überwachungsidiotie seit Pina Manique explodieren zu lassen. Der intensiv blaue Blick des Kassierer-Pförtners, der, ohne zu wissen, wie ihm geschah, eine Ebbe des Aufbegehrens erlebte, die über seinen Horizont ging, hüllte ihn in den beruhigenden Heiligenschein mittelalterlicher Engel ein: Eines der geheimen Projekte des Arztes war, mit einem Satz in die Bilder Cimabues zu springen und sich in den verblichenen Ockertönen einer Zeit aufzulösen, die noch nicht von Resopaltischen oder Sãozinha-Heiligenbildchen infiziert war: als strahlender Seraph verkleidet, im Fasanensturzflug an den Knien von heiligen Jungfrauen vorbeizusausen, die auf merkwürdige Weise den Frauen von Delvaux glichen, Schaufensterpuppen nackten Schreckens in Bahnhöfen, die niemand bewohnt. Ein ersterbender Rest Wut kreiselte im Abflußrohr seines Mundes:
– Senhor Morgado, wenn Ihnen Ihre eigenen und meine Eier lieb sind, dann nerven Sie mich ein Jahr lang nicht wieder mit diesen beschissenen Beiträgen, und bestellen Sie der Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie und ähnlichen kleinhirnigen Schreibern, daß sie sich mein Geld schön aufgerollt und mit Vaseline versehen dahin stecken sollen, wo sie schon wissen, herzlichen Dank, und das war’s, amen.
Der Kassierer-Pförtner lauschte respektvoll (der Kerl muß beim Militär der Lieblingsgeheimpolizist des Feldwebels gewesen sein, entdeckte der Arzt) und erfand die Mendelschen Gesetze mit seinem zu zwei Viertel aus Küchenwissen bestehenden Intellekt aufs neue:
– Man merkt doch gleich, daß Sie der Sohn vom Herrn Doktor sind, Herr Doktor. Einmal hat Ihr Herr Vater den Aufsichtsbeamten an den Ohren aus dem Laboratorium hinauskomplimentiert.
Während er den Blick wieder auf das Buch mit den Eintragungen lenkte und ein Delvauxscher Busen in einer Gedankenecke verflog, wurde dem Psychiater plötzlich klar, welche Bewunderung die kriegerischen Heldentaten seines Erzeugers hier und da in der sehnsuchtsvollen Erinnerung bestimmter grauhaariger Bäuche hinterlassen hatten. Jungs, nannte sie der Vater. Als sein Bruder und er vor zwanzig Jahren im Fußballclub Benfica mit dem Rollhockey anfingen, hatte der Trainer, der mit dem Vater glorreiche Aljubarrotasiege und Hiebe auf den Kopf geteilt hatte, die Trillerpfeife aus dem Mund genommen, um sie ernst zu ermahnen:
– Ich hoffe doch, ihr kommt nach João, der, wenn Santos dran war, was austeilen konnte. 1935 sind vom Spielfeld in der Gomes Pereira drei vom Verein Académica da Amadora ins São José eingeliefert worden.
Und er fügte leise, in süßer Erinnerung schwelgend hinzu:
– Schädelbruch, in einem Tonfall, mit dem man intime Geheimnisse adoleszenter Leidenschaft enthüllt, die in der Schublade der Erinnerung verwahrt werden, welche für den nutzlosen Ramsch vorgesehen ist, der einer Vergangenheit ihren Sinn gibt.
Ich gehöre zur Sorte der sanften Stiere, die hinter die Bande flüchten, da ist nichts zu machen, überlegte er, als er seinen Namen in das Buch schrieb, das ihm der Pförtner hinstreckte, ein glatzköpfiger, von der merkwürdigen Leidenschaft der Bienenzucht erfüllter Alter, ein an einem Insektenriff gestrandeter Taucher mit Netz, zur Klasse der hoffnungslos Sanften, die hinter die Bande flüchten und vom Stierzwinger des mütterlichen Uterus träumen, dem einzig möglichen Raum zum Verankern ihres angstbedingten Herzrasens. Und er fühlte sich wie ausgestoßen und weit weg von einem Haus, dessen Adresse er vergessen hatte, weil es ihm sinnloser vorkam, sich mit der Taubheit der Mutter zu unterhalten, als die Tür zu einem verschlossenen Zimmer mit den Fäusten zu bearbeiten, trotz der Bemühungen des Sonotone-Hörapparats, über den sie einen verzerrten und wirren Kontakt zur Außenwelt unterhielt, der aus Echos von Schreien und den weit ausholenden, erklärenden Gebärden eines dummen Augusts bestand. Um die Kommunikation mit diesem Ei der Stille aufzunehmen, führte der Sohn eine von rhythmischen Schreien begleitete Art Zulu-Stampftanz aus, hüpfte auf dem Teppich herum und verformte sich in Gummigrimassen, klatschte in die Hände, grunzte, warf sich schließlich erschöpft in ein Sofa, das einem diätabgeneigten Diabetiker glich, und dann hob die Mutter, vom pflanzlichen Tropismus einer Sonnenblume bewegt, das unschuldige Kinn von der Strickarbeit und fragte:
– Hä?, hielt dabei reglos die Nadeln über dem Knäuel wie ein Chinese bei einem unterbrochenen Mittagsmahl seine Stäbchen.
Sorte der hoffnungslos Sanften, Sorte der hoffnungslos Sanften, Sorte der hoffnungslos Sanften, wiederholten die Stufen, während er sie hinaufstieg und sich ihm wie einem fahrenden Zug das Pissoir auf dem Bahnhof die Krankenstation näherte, deren Chefin eine heilige Kuh war, die, um die Wirksamkeit der Beschimpfungen zu erhöhen, wenn sie ihre Untergebenen zusammenstauchte, das künstliche Gebiß aus dem Mund nahm, wie jemand, der seine Ärmel aufkrempelt. Das Bild der Töchter, die er sonntags beinahe so eilig besuchte, als hätte er Urlaub aus der Kaserne, durchquerte diagonal seinen Kopf wie ein Bündel jenes staubigen Lichts, das die Luken eines Dachbodens in eine traurige Art Fröhlichkeit verwandeln. Er ging mit ihnen immer in den Zirkus, um ihnen seine Bewunderung für die Schlangenmenschen zu vermitteln, die sich in sich selbst verknoten wie die Initialen auf der Ecke einer Serviette und die nicht greifbare Schönheit des Gazeatems besitzen, der in den Flughäfen den Start der Flugzeuge ansagt und den Mädchen mit Rüschenröcken und weißen Stiefeln eigen ist, die auf der Rollschuhbahn im Zoologischen Garten rückwärtsgleitend Ellipsen zeichnen, und ihr eigentümliches Interesse an den zweifelhaften Damen mit blondem Haar und angegrautem Ansatz, die melancholisch gehorsame und gleichaussehend grauenhafte Hunde dressierten, oder an dem kleinen sechsjährigen Jungen, der mit dem oberflächlichen Lächeln eines Bodyguards im Knospenstadium, eines zukünftigen Mozarts der Stockhiebe, Telefonbücher zerriß, enttäuschte ihn wie ein Verrat. Die Schädel dieser beiden winzigen Wesen, die seinen Nachnamen trugen und die Architektur der eigenen Züge fortführten, kamen ihm so geheimnisvoll undurchdringlich vor wie die Probleme mit den Wasserhähnen in der Schule, und ihn erschreckte, daß unter den Haaren, die den gleichen Geruch wie seine hatten, andere Gedanken keimten als jene, die er in langen Jahren voller Zaudern und Zweifel mühsam gehortet hatte. Ihn überraschte, daß die Natur sich nicht bemüht hatte, ihnen außer den Ticks und Gesten als Bonus die Gedichte von Eliot mitzugeben, die er auswendig...
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