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Elefanten sieht man nicht [Gebundene Ausgabe]

Susan Kreller
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

März 2012
"Max atmete ruhig und gleichmäßig, nur manchmal schnarchte er leise. Julia hatte sich zusammengerollt, aber nicht so, als hätte sie Angst, eher, als hätte sie nichts mehr zu befürchten, weil draußen jemand Wache hält. Und auf einmal kam mir der Gedanke, dass man Menschen beschützen kann. Ich drehte mich um und schlich zur Tür. Ich hörte den Gesang der Amseln und ein Autohupen in der Ferne, und ich hörte mein schlagendes Herz. Ich schloss die Tür. Drehte den Schlüssel zweimal herum. Und dann rannte ich." Irgendetwas ist seltsam an Julia und Max, das findet Mascha von der ersten Sekunde an. Und dann sieht sie, dass Julia überall blaue Flecke hat, richtig große. Als Mascha schließlich eines Tages auf der Suche nach den beiden vom Garten aus einen Blick in ihr Haus erhascht, ist ihr klar: Sie muss ihnen irgendwie helfen. Aber wie, wenn keiner der Erwachsenen ihr zuhören will? Mascha hat eine verhängnisvolle Idee - aber manchmal ist es besser, etwas Falsches zu tun, als gar nichts.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783551582461
  • ISBN-13: 978-3551582461
  • ASIN: 3551582467
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 161.144 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FiniWini
Format:Gebundene Ausgabe
Seitdem ihre Mutter gestorben ist, verbringt Mascha ihre Sommerferien bei ihren Großeltern. Dort ist es zwar langweilig und es gibt kaum Kinder in ihrem Alter, mit denen sie sich unterhalten könnte, aber ihr Vater braucht einmal im Jahr Zeit, um alleine über den Tod seiner Frau trauern zu können.Doch dieses Jahr kommt alles anderes: Mascha wird indirekt Zeuger von Kindesmisshandlung der brutalsten Art. Julia und Max, mit denen Mascha sich einige Tage zuvor angefreundet hatte, haben am ganzen Körper blauen Flecken und Schnittwunden. Mascha beschließt zu handeln. Doch die Erwachsenen im Dorf ihrer Großeltern wollen von all dem nicht wissen. Ihnen ist ihr Ruf und das gute nachbarliche Zusammenleben mehr wert, als das Leben zweier Kinder. Mascha sieht keinen Ausweg und fasst kurzerhand einen Entschluss, der nicht folgenlos bleiben wird...

Noch nie zuvor habe ich ein Buch gelesen, dessen Titel den kompletten Inhalt so sehr auf den Punkt bringt. Denn Kindesmisshandlung ist ein riesiges Problem, genau wie Elefanten riesig sind. Doch Elefanten sind nicht zu übersehen und da stellt sich die Frage, ob das daher nicht auch bei Kindesmisshandlung der Fall sein sollte. Leider ist dem nicht so. Viele Menschen schließen aus Angst vor den Konsequenzen für sich selbst die Augen und flüchten sich in Ausreden, die eigentlich unmöglich zu glauben sind. Wie man einen so komplexen Sachverhalt mit nur einem Satz so konkret auf den Punkt bringen kann, finde ich einfach nur faszinierend!

Und genauso ist auch der Roman: faszinierend und atemberaubend zugleich. Man liest schockiert von den Taten des Vaters, der seine eigenen Kinder misshandelt; von der Mutter, die selbst geschlagen wird, jedoch nicht die Kraft aufbringt, etwas zu unternehmen; von den Einwohnern, die die Augen verschließen, obwohl sie es genau wissen, nur um ihr gewohntes, sicheres Leben weiterführen zu können; von Julia, die sich selbst die Schuld gibt und ihren Vater in Schutz nimmt; von Max, der von allen gehänselt wird und seine Aggressionen an einem imaginären Freund auslässt und schließlich von Mascha, die sich nicht anders zu helfen weiß, als zu einer drastischen Maßnahme zu greifen.

Die Autorin hat eine so angenehme Art und Weise zu schreiben, dass man als Leser komplett in der Geschichte versinkt. Der Sprachgebrauch ist einfach wunderbar. Maschas Gedanken wirken teilweise so poetisch und melancholisch, und dennoch sind sie der Sprache eines Mädchens von 13 Jahren angepasst. Mascha bringt ihre Gedanken gezielt auf den Punkt und braucht keine Umschreibungen um ihre Gefühle auszudrücken. Der Leser erfährt aus erster Hand, was in ihr vorgeht und wieso sie sich so verhält, wie sie es nunmal tut.

"Elefanten sieht man nicht" hat mich wirklich sehr berührt. Vorallem der kleine Max hat mich das eine oder andere Mal dazu veranlasst, mir eine Träne zu verkneifen. Ich weine eigentlich nie bei Büchern, doch dieses Mal war ich ganz kurz davor. Zu bewegend ist das Schicksal der beiden Kinder, die für ihr Alter einfach viel zu reif sind. Vorallem Julia mit ihren 9 Jahren verhält sich teilweise viel erwachsener als Mascha, die doch 4 Jahre älter ist. Wie das bei misshandelten Kindern eben so ist, begreifen auch Max und Julia nicht, dass ihr Vater einfach nur aggressiv und bösartig ist und suchen die Schuld bei sich. Das zu lesen tut einfach nur wahnsinnig weh. Zwischendurch musst ich das Buch weglegen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe, von so viele Trauer zu lesen.

Regelrecht wütend war ich auf die Bewohner des Dorfes und vorallem auf Maschas Großmutter. Sie ist eine so ignorante alte Frau, wie sie sicherlich jeder aus dem eigenen Umfeld kennt. Sie glaubt nichtmal ihrer eigenen Enkeltochter und ist wütend darüber, dass Mascha den beiden Kindern helfen will. Und das alles nur, weil sie sich um ihren guten Ruf fürchtet. Sie hat Angst, bald nicht mehr angesehen zu sein und bei den kleinen spießigen Grillfesten nicht mehr dabei sein zu dürfen. Das ganze Dorf ist so engstirnig und einfältig, dass ich manchmal vor Wut schreien wollte, auch wenn es "nur" eine Geschichte ist.

Gerade das Ende von "Elfanten sieht man nicht" wirkte auf mich so realistisch, wie es nur geht. Wie werden nicht mit einem Happy End abgefertigt, dass uns all die schlimmen Dinge, die im Verlauf der Geschichte passiert sind, vergessen lässt. Stattdessen lässt die Autorin uns frei entscheiden, wie die Geschichte weiter gehen könnte. Ein Happy End hätte einfach nicht in die Geschichte gepasst und hätte nicht authentisch gewirkt. So wie der Roman ausgeht, ist es, wie ich finde, einfach nur perfekt.

Dennoch gibt es einen Kritikpunkt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Wie ich finde, hat Mascha ihrem Alter nicht entsprechend gehandelt. Sie tut Dinge, die so unüberlegt und einfach wirklich unklug sind, dass man nur den Kopf darüber schütteln kann. Ich glaube, eine Dreizehnjährige hat durchaus die geistige Reife, auch in Ausnahmesituationen überlegt zu handeln und sich nicht noch tiefer in die Katastrophe hineinzureiten. Denn was Mascha tut, tut sie zwar aus der richtigen Motivation heraus, dennoch ist es so falsch, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass ein junger Teenager noch auf solche Gedanken kommen kann. Im Laufe der Handlung werden Maschas Gedanken immer absurder und realitätsfernen, dass ich sie irgendwann leider nicht mehr ernst nehmen konnte. Daher hat mir der Mittelteil der Geschichte nicht gefallen.

Kurzum: "Elefanten sieht man nicht" ist ein unglaublich bewegender Roman. Auch wenn ich Maschas Handlungen für überspitzt und zu sehr dramatisiert halte, finde ich die Kernaussage des Roman einfach überwältigend. Nicht viele Autoren trauen sich an so ein gewagtes Thema und ich ziehe meinen Hut vor Frau Kreller, da ihr die Umsetzung im Großen und Ganzen wirklich gut gelungen ist. Wer eine berührende Geschichte mit einem authentisch umgesetzten Thema, das leider in der heutigen Gesellschaft viel zu wenig angesprochen wird, lesen möchte der sollte sich "Elefanten sieht man nicht" nicht entgehen lassen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geht unter die Haut! 7. März 2012
Von Marie C.
Format:Gebundene Ausgabe
Mascha ist 13 Jahre alt. Wie jeden Sommer, seit ihre Mutter tot ist, verbringt sie die Ferien bei den Großeltern. Diese leben in einer Siedlung, wo jeder jeden kennt, wo es Nachbarschaftsfeste und einen Schützenverein gibt und wo man am Gartenzaun ein Schwätzchen hält. Als Mascha die neunjährige Julia und den siebenjährigen Max kennenlernt, spürt sie schon gleich am Verhalten der Kinder, dass etwas nicht stimmt. Als sie dann noch zufällig die großen blauen Flecken an Julias Bauch und die Wunde an Max' Kopf sieht, weiß sie Bescheid. Sie beobachtet, wie der Vater der Kinder Max misshandelt. Nun ist es genug. Mascha sucht Unterstützung bei den Erwachsenen, bei Oma und Opa, bei den Nachbarn. Doch die sind Meister im Abwiegeln. In ihrer sauberen Siedlung gibt es so etwas nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch Mascha lässt sich nicht beirren. Sie fühlt sich für die beiden Kinder verantwortlich, da sie allein weiß, was wirklich passiert. In einer Art Kurzschlusshandlung greift sie zu einer drastischen Maßnahme, die sicher nicht das Richtige ist. Dabei verrennt sie sich immer mehr in ihre Aktion, schafft es aber nicht, den Stein, der ins Rollen gekommen ist, wieder aufzuhalten.

Susan Kreller greift in ihrem Debütroman ein leider ständig aktuelles und brisantes Thema auf. Dabei liegt das Hauptaugenmerk weniger auf den Misshandlungen der Kinder, es kommt fast nicht mehr als das oben Beschriebene vor, sondern mehr auf der Ignoranz der Mitmenschen. Jeder weiß Bescheid, doch keiner schaut hin. Elefanten sieht man nicht. Keiner will sich Ärger einhandeln. Alle wollen nur ihre Ruhe, nicht ihre friedliche Siedlung in Verruf bringen. Es ist der Autorin ganz toll gelungen, diese Verlogenheit der Siedlungsidylle darzustellen, und dazu die Verzweiflung von Mascha, die genau das nicht will: wegschauen. Sie weiß, es ist richtig zu handeln, aber sie weiß nicht, was sie tun kann, wenn die Erwachsenen ihr nicht zuhören und glauben wollen. Sie ist offensichtlich mit der Situation überfordert. Aber wenigstens handelt sie und beweist damit mehr Mut als die Erwachsenen.

Das ganze Buch ist aus Maschas Sicht in der Ich-Form geschrieben. So kann man sich super in das Mädchen hineinversetzen, bekommt ihre Gedanken, Gefühle, ihre Verzweiflung direkt mit und kann vieles, was einem Außenstehenden vielleicht unlogisch erscheinen würde, nachvollziehen. Die Sprache ist den jugendlichen Lesern angepasst. Sie ist leicht verständlich, aber keine Umgangssprache, es gibt keine komplizierten Sätze, dafür aber viele unwahrscheinlich schöne poetische Ausdrücke. Z. B. auf S. 178: "Selbst im Dunkeln konnte man erkennen, wie schön das blaue Haus da ins Gerstenmeer passte, still lag es da und ließ den Wind über sein Dach gleiten."

Fazit: Ein ganz fantastisches Debüt! Dieses Buch sollte jeder lesen, egal welchen Alters. Dabei ist es sicher gut, jüngere Leser nicht damit allein zu lassen, sondern mit ihnen darüber zu sprechen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... Lesen! 24. Februar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser äußerst packenden Jugendroman thematisiert häusliche Gewalt gegen Kinder, aber eigentlich entlarvt die 13-jährige Ich-Erzählerin, die Zeugin der Gewalt wird, schonungslos die kleinbürgerliche Fassadenidylle in der Welt ihrer Großeltern. Dass sie dabei immer wieder zweifelt, mit sich ringt und am Ende nur einen Ausweg sieht, diesen aber mutig beschreitet, das ist das bewegende an diesem Roman. Es ist beeindruckend, wie es der Autorin gelingt, das Gefühlsleben der Erzählerin einzufangen und mit welch sprachlichem Geschick sie die beklemmende Enge der kleinbürgerlichen Spießerwelt beschreibt... Eine Empfehlung von der ersten bis zur letzten Seite. Lesen!
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5.0 von 5 Sternen Bewegend
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Vor 9 Monaten von anushka veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Elefanten sieht man nicht
Jedes zehnte Kind wird Opfer von Gewalt in der eigenen Familie. In dem Jugendbuch »Elefanten sieht man nicht« erzählt Susan Kreller die ergreifende Geschichte von Mascha,... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Paperthin.de veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Alles ist besser als wegzusehen...
Als sie Julia und Max zum ersten Mal auf dem Spielplatz begegnet, fallen Mascha zugleich diese merkwürdigen Flecken bei den beiden auf, die sie sich einfach nicht... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von coala veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Nicht nur ein Jugendbuch!
Mascha ist dreizehn. Seit dem Tod ihrer Mutter verlebt sie jedes Jahr die Sommerferien bei den Großeltern. In den ersten Jahren hat es ihr gefallen. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von matheelfe veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Emotional
"Elefanten sieht man nicht " ist ein sehr interessantes aber auch emotional aufwühlendes Buch. Man begleitet Mascha die die Sommerferien so wie man sie kaum selber erleben... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Nicecat veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wenn alle wegsehen...
"Elefanten sieht man nicht" von Susan Keller ist ein beeindruckendes Jugendbuch, dass mich fast vollständig überzeugen und sehr berühren konnte. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Sarah O. veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch für Jedermann
Klappentext:
Max atmete ruhig und gleichmäßig, nur manchmal schnarchte er leise. Julia hatte sich zusammengerollt, aber nicht so, als hätte sie Angst, eher,... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Sarlascht veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Thema
Mascha ist zu Besuch bei ihren Grosseltern . Immer wieder trifft sie die Geschwister Max und Julia auf der Strasse. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von arwen008 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Zeit zu handeln!!!
Elefanten, groß, grau und imposant und eigentlich nicht zu übersehen.
Aber wenn man einfach wegschaut, dann sieht man auch den größten von ihnen nicht,... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von piubellas-lesezeichen veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen *~* Sehr Authentisch *~*
Dieses Buch handelt von Nachbarn, die sich ihren Frieden nicht zerstören lassen wollen, ihre Grillpartys und Nachbarschaftsfeste in ihrer Siedlung, obwohl sie ganz genau... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Mel.E veröffentlicht
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