"Elefanten faszinieren nicht nur ihrer körperlichen Größe, sondern auch ihrer Intelligenz und der Liebenswürdigkeit wegen, die ihnen förmlich aus den Augen sieht. Während aber der große Afrikanische Elefant noch in ausreichenden Beständen in seinen angestammten Gebieten und in Reservaten leben kann, wird der Lebensraum des kleineren Asiatischen Elefanten immer mehr eingeengt," schreibt Hubert Weinzierl, einer der engagiertesten Naturschützer unseres Landes, in einem Vorwort zu einem Buch aus Indien, das in beeindruckenden Schwarz- Weiß - Bildern die Lebenswelt des Asiatischen Elefanten darstellt und der Menschen, die mit ihnen leben und arbeiten.
Palani Mohan erzählt mit Bildern ihre Geschichte, eine Geschichte einer "zerbrechlichen, gefährdeten Symbiose." Sie ist geprägt von Beziehungen der Liebe ebenso wie von Gefühlen der Feindseligkeit, denn das Land, das der Asiatische Elefant zum Leben und Überleben braucht, wird immer knapper. Und so wird er vom spirituellen Freund, der er Jahrtausende lang für die Menschen in diesem Teil der Welt war, zum Feind, mit dem man nicht gewillt ist, Lebensraum zu teilen. Palani Mohans Bilder sind ein eindrucksvolles Bekenntnis dafür, diese Tiere zu schützen und ihr Überleben zu sichern.
Denn, so schreibt Hubert Weinzierl in seinem Vorwort, der kleinere Elefant stehe uns als Symbol von Kultur, Religion und Mystik nahe.
"Es ist eine Herausforderung für die gesamte Menschheit, die Elefanten als die Könige der Tiere und als globales Naturerbe zu verehren, ihnen Liebe angedeihen zu lassen und ihre Lebensmöglichkeiten vor der Konkurrenz durch Waldrodungen zu sichern."
Was für den Afrikanischen Elefanten gelungen sei, sollte auch für den Asiatischen Elefanten möglich sein, nämlich geeignete Schutzgebiete zu schaffen, die sein Überleben sichern.
Ein beeindruckender Bildband aus einer für Europäer fremden Welt. Es ist eine Ode an den Elefanten, seine historischen Leistungen und seine religiöse und spirituelle Bedeutung. Letzteres ist für uns vielleicht am wenigsten nachzuvollziehen, so etwa, wenn Hubert Weinzierl meint, aus den winzigen Augen des Elefanten funkele etwas Göttliches.
Das Göttliche ist in jedem Tier und Lebewesen oder es ist nicht.