Die Ishimura, ein Abbau-Schiff, das im Orbit einer Kolonie schwebt, sendet nichts mehr. Also ist es an einem Ingenieursteam aus drei Leuten, nach dem Rechten zu schauen. Doch schon das Andocken verheißt nichts Gutes, ein Blick in das Raumschiff zeigt ein Massaker auf.
Der Spieler, der in die Rolle des Isaac Clarke schlüpft, wird schnell von seinen Compañeros getrennt und die Mannschaft wird von Mutanten angefallen. Oder sind es Aliens? Wer weiß.
Hier beginnt der Spaß auch schon, bald bekommt man seine erste Waffe in die Hand gedrückt und kann sich zur Wehr setzen. Das ist auch bitter nötig, um sich der Horden Monster zu erwehren. Aber hier ist nicht stupides Geballer angesagt: Die Gegner müssen "limb by bloody limb" - Gliedmaße für Gliedmaße zerstückelt werden, bis sich nichts mehr rührt. Das klingt furchtbar brutal - ist es auch. Schieße ich zuerst auf seinen Arm, oder doch lieber auf die Beine, damit er sich langsamer fortbewegt? Mit fortschreitenem Spielverlauf muss man sich dieser Frage öfters stellen. Isaac wird auch schnelleren Gegnern gegenübertreten, die eine schnelle Flucht in die nächste Ecke zu verhindern wissen. Dabei gibt es eine überschaubare Anzahl an Gegnern, die aber sehr krasse Unterschiede aufweisen: Der eine ist träge und entlässt eine nervige Brut, wenn er nicht schnell genug ausgeschaltet wird, der andere kriecht auf dem Boden und springt den Spieler für gewöhnlich lieber an, als zu rennen.
Um der Lage Herr zu werden stehen Isaac etwas mehr als ein halbes Dutzend Waffen zur Verfügung, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Da gibt es verlässliche Einzelschusswaffen, deren Salven präzise platziert werden können oder eine Säge mit Reichweite, bzw. einen Laser-Beam, um chirurgisch tätig zu werden.
Aber ist dieses Spiel wirklich so gruselig, wie angepriesen? Nicht ganz: Auf der einen Seite sorgen so einige Events für kurzzeitige Panik, wenn zu viele Gegner auf dem Bildschirm rumlatschen, wird es auch schonmal brenzlig. Auch die härteren Vertreter, die es nicht so leicht weghaut erzeugen eine gute Brise Angst, weglaufen ist hier streckenweise angesagt. Die Kulisse, die nur allzu gerne einen Ausblick auf den Weltraum zulässt tut auch ihr Übriges, allgemein sind die Schauplätze überraschenderweise gut durchdacht und jedesmal erfrischend anders. Dabei spielt fast das ganze Spiel auf diesem Raumschiff.
Auf der anderen Seite will kaum Angst aufkommen, meistens läuft das Betreten eines Raumes auch nach Schema F ab, sodass man genau weiß: Gleich geht es los - gleich kriege ich hier Besuch!
Ein wundervolles Feature des Games ist "Zero-Gravity": In bestimmten Arealen lässt sich der Boden unter den Füßen per Sprung zur Wand/Decke beliebig wechseln, die Gegner (die hier leider bloß vereinzelt vorkommen)können sich dies ebenfalls zunutze machen.
Überall im Spiel findet man Audio- und Text-Logs, um mehr über das Schicksal der Crew und ihrer Experimente zu erfahren. Dies erzeugt eine gute Atmosphäre und sorgt für mehr Verständnis. Man steht auch im ständigen Kontakt mit seinen Kameraden, die Isaac des öfteren mal anfunken und ihn so durch das Raumschiff führen. Apropos führen: Die Karte ist verdammt übersichtlich, es zieht sich sogar ein blauer Faden durch das 3D-Konstrukt, um den Spieler zum nächsten Missionsziel zu leiten, wenn man mal nicht weiter weiß.
Ein weiterer Punkt ist das Inventar: Sehr übersichtlich zeigt es die aktuellen Munitionsvorräte auf. Um mehr Slots für mehr Gegenstände zu bekommen, muss der Anzug erweitert werden. Dies lässt sich für Cash in einem der vielen im Spiel platzierten "Shop-Stations" erledigen, für weitere Upgrades, auch für Waffen und co. ist die "Bench" da.
Als wäre das nicht genug gibt es noch "Stase" und "Kinese". Ersteres kann Objekte verlangsamen, muss aber ständig aufgeladen werden, die Kinese, stets verfügbar wird zum Bewegen ansonsten viel zu schwerer Objekte benutzt, wobei diese deutlich markiert sind, sollte es sich hier anwenden lassen.
Unangenehm aufzufallen weiß bloß die Beziehung zwischen Isaac und seiner Freundin, was sie sagt wirkt oft etwas hölzern. Aber auch hier wartet eine Überraschung auf den Spieler!
Grafisch ist das Spiel sehr solide, nichts bahnbrechendes, aber auch nichts, an dem man sich stören könnte. Das Spiel ist übrigens verdammt blutig, man wundert sich, wie viel in so einen Alien reinpasst. So spaßig das ganze aber auch ist, so schnell ist es wieder vorbei; sehr lange spielt man hier nicht, dafür gibt es gute Stunden guter Unterhaltung!
Fazit: EA hat hier doch etwas sehr gutes abgeliefert. Ein wunderbarer Horror-Shooter aus der 3rd-Person-Ansicht, der mit Blut nicht geizen will. Ich bin gespannt auf das Sequel! Oh, anbei: Wii-Zocker dürfen sich ja bald auf das Prequel freuen. Diesmal in Form eines Railshooters verpackt, verspricht auch dieser Titel unterhaltsame Stunden vor dem Bildschirm!