Dantes Inferno hat ein Problem - ich habe davor Bayonetta gespielt und diesen Titel wenige Tage zuvor zu meiner persönlichen Genrereferenz erklärt. Keine Frage - Dantes Inferno sieht optisch gut aus, die Sequenzen beeindrucken, der Sound rockt aus den Boxen, aber gegen die Animationen, die Story-Sequenzen und die Gamegrafiken von Bayonette wirkt der Titel schon irgendwie blass. Dabei stammt Bayonetta ebenso wie Dantes Inferno aus 2010.
Auch in Sachen Steuerung, Fairness der Gegner, Schwierigkeitsgrad, Abwechslung in Sachen Gegner, Kampf und Waffenarsenal, hat Bayonetta in meinen Augen die Nase vorn. Nicht zu vergessen der überaus ansprechende namensgebende Hauptcharakter Bayonetta, der mit seinem Charme zu überzeugen weiß. Dieser ist einem bei aller Sympathie für den gefallenen Ritter, der aufopferungswürdig um sein Seelenheil kämpft - und in dessen Rolle man bei Dantes Inferno schlüpft - viel sympathischer.
Aber auch Dantes Inferno kann Punkten, mit der Vielfältigkeit der Moves (die man sich allerdings wesentlich schwerer verdienen muss) und einer Story, die mehr als zu beeindrucken versteht. Der gute Dante begegnet einem allerorten, höllische Zitate an jeder Ecke, schön in Szene gesetzte Schauergeschichten wo man geht und steht. Ja, wenn es um die Gesamtatmosphäre geht, hier haben die Entwickler sich wirklich ins Zeug gelegt und auch insgesamt ist Dantes Inferno definitiv kein schlechtes Spiel. Und selbst wenn er hier im direkten Vergleich mit Bayonetta für meinen Geschmack den Kürzeren zieht, so ist der Titel doch inzwischen in einer Preisklasse angekommen, in der Genrefans sicher einen Blick riskieren sollten - denn Spaß macht der Titel in jedem Fall. Von mir gibt es drei Sterne für ein nettes, aber nicht überragendes Spiel.