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© Stereoplay -- Stereoplay
Viel Freude haben sie uns mit ihrem 96er Debüt gemacht: Die experimentierfreudigen, grenzüberschreitenden Klangerzeuger mit den blitzgescheiten Texten überzeugten selbst eher konservative Redaktionskollegen. Der "Electro-Shock Blues" zeigt wieder ihre ganze schrullige Bandbreite mit schrägen Stimmen, Baßläufen im Takt eines auf dem Highway trödelnden Esels oder witzigen, höchst berechenbar unberechenbaren Sounds, Streichern, Swing-Jazz, "La-La-Las" und Sax-Orgien - genial! ** Klang: 03-05
© Audio -- Audio
Mark Oliver Everett ist der Songwriter, der einen dann noch erreicht, wenn man glaubt, weiter weg vom Glück zu sein als jeder andere Mensch. Mark Oliver Everett singt so vertraut und so... wissend von Verlust, Verzweiflung und den Versuchen, irgendwie damit fertig zu werden, dass man in ihn hineinschlüpfen darf. Und mit Elizabeth auf dem Badezimmerboden liegt, zu Honolulu Hurricanes Beerdigung geht, sich zu knirschenden Industrial-Sounds in Trance tanzt und im staubigen Springfield auf einsame Jugendjahre zurückblickt. Diese ersten vier Songs sind irgendwie so eine Art EELS-Essenz.
Es geht weiter. Wer einmal im Strom dieser Gefühle schwimmt, wird mitgerissen. Bei "Efil's God" erreicht Everett die Schmerzgrenze: Der Song ist derartig in sich gekehrt und hoffnungslos, gleichzeitig aber so wunderschön und so aufbäumend gegen das Unheil, dass ein einsamer Mensch sich hier einfach erkannt fühlen muss. "Last Stop: This Town" heißt der Durchbruch; die Gitarre knarzt, die Melodien jubeln, und von hier ab hält E den Kopf hoch.
"Climbing To The Moon" ist dann nochmal ein kleiner Hit, auch für den zuerst abgeschreckten Interessenten von oben sofort hörbar. Die folgenden Songs schließen das Album versöhnlich ab, die weit aufgerissenen Wunden aus der ersten Plattenhälfte werden notdürftig mit Pflastern überklebt, es ist der Blick in die manchmal scheinende Sonne und der Gedanke: Da musst du jetzt einfach durch! Probier's aus, es passiert ohnehin was passieren muss.
Die Wunden werden noch viele Alben nicht vollständig heilen. Und immer wieder wird man sich als Hörer in die Abgründe der ersten Hälfte dieser CD werfen, das volle Leid des Mark Oliver Everett ausschöpfen, sein eigenes darin finden und sich vielleicht wieder so vollständig verstanden fühlen wie nie zuvor.
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