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T.Rex gehörte damals noch zu diesem Kreis, das Album ist eine einmalige Symbiose aus perfekter Studiotechnik, Hits und dem schönen Gefühl, der Frühlingszeit einer geliebten Band beizuwohnen, die mit ihrer Musik einem beginnenden Jahrzehnt viel Farbtupfer und Alltagmystik gab (heute Nostalgie). Damals wurden Marc und Mickey & Co. meist von der seriösen Musikpresse wie Stereo, Hifi oder Sounds ignoriert, da sie sehenden Auges dem Teenagermarkt zugeneigt waren. Doch was wurde den Teenies von damals für ein origineller Sound geschenkt. Wann sonst als 1971 war es möglich, daß so ein verrückter Beat-Underground Song wie "Get It On" auf Platz 3 der deutschen Hitparaden kam, neben Peter Maffay und Daniel Gerrard? Der Soundmix des innovativen Experimentators Tony Visconti ist originell: Die dumpfe bassartige Leadgitarre, die märchenhaften Texte (an deren No-Sense sich niemand störte), die geisterhaft-geschlechtslosen Chorals mit Hilfe der Zappa-Sänger Flo & Eddie, das jazzig-ausgeflippte Saxofon, die Dramatik durch streicherhafte Arrangements (mit welchen Instrumenten frage ich mich heute noch?) ist bis heute nicht mehr gemacht worden. Gelungen war auch die schlichte Covergestaltung in Lith-s/w-Gold, das dem Käufer viel Interpretationsmöglichkeiten nach seiner Phantasie lies. Auch dem Jugendstil angelehnt waren die Cover Innenseiten: Sie zeigten Marc und Mickey Finn in der europäischen Pressung in einer blumenhaften Federzeichnung, die amerikanische Pressung hatte ein tolles verschwommenes s/w Foto, das an die Flower-Power-Zeit erinnert. Marcs schöne lange Korkenzieherlocken waren eine weitere Mode des langen Sommer/Herbstes von 1971. Überhaupt hatte T.Rex ein kunstvoll-ausgeklügeltes Fotokonzept, das nur wenige Bilder in Presseauftrag akzeptierte. Sie erinnerten in ihrer verschwommenen s/w-Technik an den Jugendstil und Symbolismus und liesen dem Betrachter Raum für seine persönliche Phantasie. Marc war übrigens ein genauer Kenner des Malers Alfons Mucha, dessen Details er für sein persönliches Erscheinungsbild heranzog, als wären es kulturelle Schätze aus seiner eigenen Epoche.
Marc hat nach seinem Tod durch die vielen Wiederveröffentlichungen und Besprechungen endlich die Ehre bekommen die er verdient hat. Sein Starruhm schaut sich heute wie ein Märchen aus längst vergangenen Tagen, wo vieles möglich war, die Zeit noch jung war, langsam vorbeiging und alle Beatmusiker noch ausnahmslos jung und voller Illusion waren. Wenn 1972 die Pop-Musik ein jähes Ende gehabt hätte und es nur noch Klassik, Jazz und Schlager gäbe, wäre Marc Bolan ein großer Platz im Musik-Pantheon des 20. Jahrhunderts sicher. Damals gab es recht wenig Beatgruppen, man erwartete jede neue Single von Sweet, Middle-of-the Road oder T.Rex fieberhaft am Radio, um sie mit einem Tonbandgerät wieder hören zu können. Eine LP war ein großes Luxus- und Tauschobjekt, mit dem man in seiner Schulklasse geschätzt wurde. Es ist schwer, das heute nach 30 Jahren nachzuempfinden, nach 3 Jahrzehnten mit unzähligen neuen Stils, Gruppen und Kommerz, dem Punk und Heavy Metal der späten Siebziger, der jedem Impressiven Hörerlebnis der frühen Pionierjahre (z.B. T.Rex oder Uriah Heep) den Garaus machte. Das Marc auch anspruchsvolle Texte schreiben konnte zeigt die Single "Life's a gas" oder "Monolith". Überhaupt sind mehrere Balladen auf dem Album "Girl" z.B. oder "planet Queen".
Eine wunderbare Symbiose mit Erinnerungen an die alten Underground-Tage von "A Beard of Stars", Innovationen mit einer neuen originellen Rhytmus Gruppe, Progressivität und unerwartetem Erfolg in Europa: "Electric Warrior" ist ein klassisches Album der frühen Siebziger Jahre, das mit nostalgischen Schulerinnerungen verbunden ist. Eine ganz junger Neuentdeckerin mochte das Album auch, weil der Sound und manche Texte auf sie ungemein erotisch und originell wirkten.
Das beste T.Rex Album. Von der Gruppe finde ich noch anschaffenswert: "Unicorn", "A Beard of Stars", "Slider" und zuletzt "Tanx", das spätere Werk ist ganz anders und gefiel mir nicht mehr. Marc Bolan war ein (damals verkannter) Innovator und Mädchenschwarm, dessen hübsche Korkenzieherlocken heute unzählige Internetseiten über T.Rex zieren. Thomas Richter, Frankfurt
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