Laut solle man diese Musik hören, meint Markus Stockhausen, die ihm selbst wie die Erfüllung eines Traums vorkommt: Seines Traums, versteht sich, in den sich aber jeder sofort einklinken kann, der auf einen spannungsreich inszenierten, atmosphärischen Sound steht, der in etwa da weitermacht, wo Jon Hassell und Arve Henriksen aufhören: Auch diese Doppel-CD mag ein guter Begleiter etwa für einen Ausflug nach Stromboli sein, aber sie "klingt" eben nicht nur gut, sondern hier passiert auch richtig etwas zwischen den Musikern. Stockhausen selbst spricht von dem kontinuierlichen "Flow", der ihm wichtig sei - die einzelnen, von eins bis elf durchnummerierten Tracks der ein komplettes Konzert widergebenden Aufnahme seien allenfalls dazu gedacht, die "favorisierten Parts" schneller ansteuern zu können. Und von solchen "Favoriten" gibt es eine ganze Menge: Arild Andersen am Bass etwa spielt ohnehin in einer eigenen Liga, Patrice Héral an Drums und Percussion gibt dem Ganzen erst seinen treibenden Puls, und besonders gespannt durfte man auf Vladyslav Sendeck an den Keyboards und am Piano sein, der hier immerhin in die Fußstapfen eines Rainer Brüninghaus steigen musste. Das meistert er mit Bravour, wie überhaupt die Spielfreude des Quartetts um den glänzend aufgelegten Stockhausen an der Trompete pure Inspiration bietet und ansteckend vergnüglich ist - eine Lust auf Mehr machende Meisterleistung. Gern wäre man da am Aufnahmeabend, dem 21. September 2007 in Bonn, dabei gewesen und ist doch froh, nun zumindest das fulminant klingende Dokument eines großartigen Konzerts "verfügbar" zu haben. (Es muss ja nicht immer gleich Stromboli sein.)