Aus der Amazon.de-Redaktion
1998 war das Jahr des "Jazz"-Revivals. Nach einer regelrechten Overdose an immer synthetischer und stetig gnadenlos härter werdenden Klängen entdeckte man im Dancefloor-Bereich das Instrument wieder neu, sprich man sampele Kontrabass und Saxophon nach alter Manier, unterlege dies mit langweiligem two-step und nenne es "Jazz-Breakbeat". Eine glorreiche Ausnahme bildet da die Compilation
Electric Mojo. Zusammengestellt wurde sie von Michael Sauer, dem langjährigen Resident des schon fast als legendär zu bezeichnenden Hamburger Mojo-Clubs. Klar, dass sich das Tracklisting dann auch wie ein "Who is Who" jener Elektronik-Pioniere der 90er, die den Anspruch hatten, Musiker und nicht reine Geräusch-Junkies zu sein, liest: 4Hero, Aquasky, Journeyman, La Boom, Winx u.v.a.m. Jazz ist das Fundament dieser Titel und Drum'n'Bass, Big Beat oder Trip Hop der jeweilige rhythmische Ausdruck. Das ist Sampling, wie es sein sollte: Klassisches wird damit endgültig in einen neuen Kontext gestellt.
--Sascha Mennel