Harald Blüchel hat es endlich geschafft, mit dem dritten Teil "electric chamber music" ist die sog. Zauberberg - Trilogie vollständig, und - so überflüssig wie Petersilie auf dem Wiener Schnitzel. Hatte Blüchel noch mit seinem Album "Industrie und Melodie" aufhorchen lassen und so ein wenig an den verblassten Ruhm des einstmaligen Trance - Nerds cosmic baby erinnern lassen, so scheint die gesamte Zauberberg - Trilogiet der Beweis dafür zu sein, dass sich da einer vom normalen Dasein verabschiedet hat und seine ohnedies nihilistische Ader nun vollends auch auf die Musik projiziert. Völlig unmotivierte Titelwahl und von Musik im eigentlichen Sinne kann da (bei allen drei Alben der Trilogie) keine Rede mehr sein. Und ohnedies sind diese klanglichen Exzerpte eh Versatzstücke aus der Vergangenheit (also Konserven) eines zerissenen Künstlers, der weder seinem Anspruch in künstlerischer noch zeitlicher Hinsicht gerecht werden kann, schließlich wurden alle drei Teile der Trilogie mit Riesenverspätung dann (doch noch) veröffentlicht. Die drei schlicht aufgemachten Pappschuber bedürfen eines beigelegten Booklets, um den ohnedies damit überforderten Zuhörer wenigstens denn Sinn und Zweck des Künstlers zu erklären. Ob dies der richtige Weg ist, bleibt fraglich, denn Jedermann sollte sich doch zu dem Thema Zauberberg/ Böcklin seine eigenen Gedanken machen können, oder wusste Blüchel bereits, dass die dargebotenen Klangpassagen dies nicht zu leisten im Stande sind? Oder ist es der Versuch, ein völlig verunglücktes Projekt so wenigstens mit wohlfeilen Worten über die Hürden zu retten, oder von der Machart her an "Aphex Twins" oder gar Wim Mertens geniale Musik erinnern zu wollen? Was Harald Blüchel wirklich kann, hat er mit seinen musikalischen Interpretationen von Andorra und der stimmungsvollen Elektro-Kooperation mit Schiller - Mastermind von Deylen hinlänglich bewiesen, dieses Fragment ist jedenfalls allenfalls Spartenmusik für Leute, die ihren Suizid planen oder ihren eigenen (Un-) Sinn des Lebens für so künstlerisch imposant halten, dass es der Selbstüberschätzung sehr nahe kommt. Gesamtnote: 1 Stern ob der glänzenden Vergangenheit eines einstmals erfolgreichen und glaubwürdigen Trendsetters, der den Puls der Zeit mitgestaltete!