Das 'Elbische Wörterbuch' von Krege stellt im Wesentlichen den Versuch dar, das Material aus Tolkien's 'Etymologies' zu übersetzen und in Form einer Wortliste zu ordnen und durch Vokabeln, die aus anderen Zusammenhängen bekannt sind, zu ergänzen. Leider die Gelegenheit, auf diese Weise eine sinnvoll einsetzbares Wörterbuch zu erstellen meiner Meinung nach verschenkt worden.
* Wörter, die Tolkien als 'Ilkorin' gekennzeichnet sind, werden bei Krege zu Sindarin, ebenso solche, die 'Old Noldorin' sind (im Eintrag zu aman (Mutter) weist Tolkien sogar ausdrücklich darauf hin, daß ein anderes Wort relevant ist).
* Wörter werden GENAU SO gelistet, wie sie bei Tolkien auftauchen, d.h. nicht in ihrer grammatikalischen Grundform. Wer das Wörterbuch verwenden will, um selber Texte zu übersetzen, hat keine Chance, auf die Grundform zu schließen; der knappe und sehr unvollständige Grammatikteil trägt dazu nichts bei.
* Stellen, deren Sinn in Tolkiens Original nicht eindeutig sind (z.B. heißt 'meth end' nun 'to end' oder 'the end'?) werden von Krege ohne Hinweis auf eine Unklarheit irgendwie übersetzt.
* Die Übersetzung trifft oft nicht die originalen Angaben, so wird aus 'amon' ('hill' bei Tolkien) bei Krege 'Berg', ein Hinweis auf 'Hügel' fehlt.
Bedauerlich sind auch die nicht vorhandenen Referenzen auf die Stellen, an denen das Wort bei Tolkien vorkommt; so wird dem interessierten Leser auch die Chance verbaut, herauszufinden wie gut die Übersetzungen des Wörterbuchs eigentlich sind.
Häufige Probleme dieser Art führen im Endeffekt dazu, daß das Wörterbuch weder zum Übersetzen noch um die korrekte Etymologie der elbischen Sprachen (wie sie Tolkien vorschwebte) zu verstehen besonders geeignet ist.
Schade für alle Fans des Elbischen - wer aber Englisch kann, und sich für elbische Wortlisten interessiert, der sollte sich überlegen, statt dessen 'The Lost Road' zu bestellen - hier sind Tolkiens Originale zu finden. Zugegebenermaßen ist dieses Werk schwerer zu lesen, dafür aber ungleich faszinierender.