Die Dunklen wurden von den Goldenen Elben aus ihrer gemeinsamen Heimat verjagt, fortan wird die Existenz der Dunklen verleugnet, sie dienen wenn überhaupt nur noch als Bösewichte in den Märchen der Zeit. Als dann viele Goldene auf unerklärliche Weise ums Leben kommen ist der Feind, das Zwergenvolk, schnell gefunden. Doch nur zwei Elbenschwestern ahnen, dass viel mehr dahinter steckt.
Zwar wird Elbenzorn mal wieder mit Tolkiens Herr der Ringe in eine Schachtel geworfen (jedenfalls wenn man vom Buchrücken ausgehen kann), aber der eingefleischte Tolkien Leser wird hier andere Elben kennen lernen. Die Geschichte ist schlüssig und durchdacht, liest sich flüssig und der Spannungsbogen wird konsequent, bis zuletzt, gehalten. Die Hauptfiguren dieser Geschichte sind allesamt mehr als sympathisch, so besteht die Gruppe, nicht wie gewohnt, aus strahlenden Helden, wo man von Anfang an weiß, dass sie sowieso nicht aufzuhalten sind, sondern aus den typischen Außenseitern. Verachtet, missachtet und verstoßen vom Volk. Zwar ist jeder für sich ein Einzelgänger, zusammen aber ergeben sie die perfekte Gruppe.
Bei aller Ernsthaftigkeit kommt der Humor dennoch nicht zu kurz. Der Zwerg Trurre, der gleichzeitig mein Lieblingscharakter ist, und sein Pferd sorgen für viele Lacher.
Jemand der epische Schlachten und hohe Verluste in den Reihen mag, sollte den Kauf dieses Buches überdenken. Die Autorin verzichtet weitgehend auf sinnlose Gewalt und lässt ihre Protagonisten lieber strategisch kluge Schachzüge austüfteln um dann einem Kampf aus dem Wege gehen zu können.
An Tolkiens Elben Vorlage hält sich die Autorin so gut wie gar nicht, uns erwarten hier keine, über alles erhabenen Wesen, die mehr als nur einen Funken Göttlichkeit versprühen. Darüber sollte sich der potentielle Leser im Klaren sein. Sie vermeidet ebenso eine all zu typische mittelalterliche Welt. Die Autorin vermischt Epochen und Örtlichkeiten und schafft somit ein ganz neues Gewand, das den Leser von Anfang an in seinen Bann zieht.