Auf der Rückseite des Hörbuchs steht "Ein Plädoyer an die Freundschaft" - genau dies beschreibt den Inhalt der Geschichte um Tüftler und Paris sehr treffend. Kann Paris anfangs doch gar nicht verstehen, warum Tüftler sich nur dem nutzlosen Malen widmet, ändern sich seine Ansichten doch zum Ende der Geschichte hin.
Tüftlers "Reise" führt ihn in ein, sich für ihn wie ein Gefängnis anfühlendes, Krankenhaus und schließlich in einen wundervollen Garten, in dem er auch seinen Freund und Nachbarn Paris wieder trifft. Das Gefängnis mag in dieser Erzählung für die Hölle, der Garten für das Paradies stehen. Im Rückblick ergeben sich daher nach dem Hören des Hörbuches noch einige neue Facetten, die man beim ersten Anhören nicht unbedingt sofort bemerkt. Weiß man doch erst nichts über die Beweggründe für die große Reise, die Tüftler antreten will.
Bei "Elbenwald: Blatt von Tüftler" handelt es sich um eine ungekürzte Lesung, die Vorlage, übersetzt von Margaret Carroux, lässt sich im Band "Fabelhafte Geschichten", erschienen im Verlag Klett-Cotta, finden. Leider ist der Titel der CD sehr irreführend, schlussendlich hat die Geschichte um Tüftler und Paris absolut nichts mit Elben oder einem Elbenwald zu tun. Diese Titelvergabe lässt aber vermuten, dass es sich um eine Erzählung handelt, die in der Welt von Mittelerde angesiedelt ist - leider ist dies aber nicht der Fall. Auch ist das Hörbuch nicht gerade opulent ausgestattet. Ein einmal aufklappbares Booklet enthält biographische Informationen über den Autor und Sprecher und eine Übersicht weiterer Tolkien-Hörbücher aus dem Hause der Hörverlag. Die Leistung des Sprechers Gert Heidenreich ist gewohnt sehr gut, auch die Covergestaltung ist sehr ansprechend. Bleibt der schale Geschmack, da man 53 Minuten lang vergebens auf die Elben gewartet hat.