Leicht fällt es mir nicht, eine derartige Rezension über meinen Lieblingsautor der Sparte Fantasy zu schreiben. Dennoch muß ich es tun. Ein derartiger Mißgriff ist Wolfgang Hohlbein wohl seit langem nicht mehr gelungen (sieht man von „Die Nacht des Drachen" einmal ab). Das erste Buch der Trilogie von Camelot hat offensichtlich die Meßlatte zu hoch gelegt - ein Fehler, wenn vorher schon bekannt ist, das schließlich noch zwei Bücher ihre Erwartungen zu erfüllen haben. Denn so plausibel und spannend „Gralszauber" gewesen ist, so unverständlich und langweilig setzt „Elbenschwert" dem entgegen. Keine richtige Handlung, sämtliche Charaktere (bis auf Sir Mandrake, dessen Figur vernünftig in Szene gesetzt wird) wirken platt und berechenbar; es wirkt alles viel zu konstruiert und es hat den Anschein, dieses Buch diene nur einem Zweck: Seiten zu füllen und dem Hohlbein-Fan 39,80 DM zu entlocken. Dieses Geld ist es auf keinen Fall wert, doch wen das erste Buch überzeugte, der wird nicht widerstehen können (der Zwang der Trilogie), sich auch dieses Buch sein Eigen nennen zu wollen. Dabei gibt es so viele schöne Bücher von Hohlbein: „Unterland", „Der Greif", „Videokill"... Schade, daß sich Wolfgang Hohlbein in letzter Zeit mehr darauf konzentriert, möglichst viele anstatt gute Bücher zu schreiben, es bleibt nur zu hoffen, daß „Runenschild" wieder dort anknüpft, wo Hohlbeins erste Werke aufgehört haben.