Alfred Bekker versteht es seine Leser zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Dabei entführt er uns in eine magische und abenteuerliche Geschichte, um zwei Elbenkinder, die im entfernt gelegenen Wilderland von einer Gefahr in die nächste schlittern.
Obwohl die Zwillinge Daron und Sarwen bereits über einhundert Jahre alt sind, will Daron nicht erwachsen werden. Zu groß erscheint ihm die Bürde später einmal König über Elbania zu werden. Während immer weniger Elben im Land über starke magische Begabung verfügen, ist die Magie der Zwillinge unheimlich ausgeprägt. So kommt es, dass die beiden ein verletztes Riesenfledertier gesund pflegen und mittels Magie zu zähmen versuchen. Zu spät erkennen die beiden, dass es auch für Zauberkundige nicht so einfach ist, sich ein so mächtiges Tier unteran zu machen; doch da hat Rarax sie bereits über dem weit entfernten Wilderland abgeworfen, ein Land über das man sich im Elbenland so einige gruselige Geschichten erzählt. Nachdem das Riesenfledertier sich auf und davon gemacht hat, müssen die Kinder einen Weg zurück nach Hause finden, leichter gesagt als getan ...
Daron und Sarwen sind dem Leser schon von Anfang an sympathisch; wenngleich man das Gefühl hat, dass keine Gefahr wirklich bedrohlich für die Zwillinge ist. Ein kleiner Zauber hier, ein bisschen Magie dort und schon ist die Bedrohung gebannt. Aber diese Tatsache gesteht man einem waschechten Kinderbuch zu.
Alfred Bekkers kurzweiliger Erzählstil überzeugt von Anfang an und macht es möglich, dass der Roman zu einem echten Pageturner wird. Der Autor weiß von allerhand magischen Wesen und unbekannten Ländern zu erzählen, von einer Welt so fern der unseren. Man ist gespannt, was ihm noch so alles einfällt und möchte das Buch eigentlich kaum aus der Hand legen.
Leider bleiben die Personen in dieser rasanten Fantasygeschichte ein wenig blass; zu wenig Raum wird ihnen gegeben sich zu entfalten, zu schnell sind die Abenteuer bestanden.
Dennoch bleibt "Das Juwel der Elben" (eigentlich müsste es eher "Das Juwel der Kleinlinge" heißen) eine unterhaltsame Geschichte, in die man schnell eintauchen und den Rest der Welt vergessen kann. Ein guter Start in die Reihe bietet das Buch also allemal, wenngleich man ihm das ein oder andere Manko zugestehen muss. Aber vielleicht lässt der Autor seinen Protagonisten in den Folgebänden etwas mehr Zeit, so dass wir neben Daron und Sarwen auch die anderen Figuren besser kennenlernen.
Fazit: Gelungene Geschichte als Auftakt einer neuen Reihe, die mit allerlei Magie und Abenteuer ihre Leser spannend zu unterhalten versteht.