Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Furios schlechtes Finale, 13. Oktober 2007
Dies ist eines von diesen Büchern, auf die der Spruch zutrifft, dass ein schlechter Schluss ein ganzes Buch ruinieren kann. Ich war nämlich durchaus nicht abgeneigt, bis eben kurz vor Schluss, dem Buch 4 vielleicht sogar 5 Sterne zu geben. Das hat seine Gründe, die ich hier nicht vorenthalten will, weil sie immerhin für 4/5 des Buches zutreffen.
Einer davon betrifft sicherlich die erfrischend originellen Ideen in diesem Buch, die sich hauptsächlich um die Stadt Elantris, ihre Bewohner und ihre Magie reihen. Dann spürt man, dass das Buch, selbst wenn es seichtere Stellen gibt, von genereller Intelligenz durchdrungen ist, eben ein Erstlingswerk von einem aber vielversprechenden Autor. Dialoge sind witzig, clever, vereinzelnd tiefschürfend. Einige der Figuren sind bemerkenswert gut gelungen, Hrathen, der sicher sympathischste "Böse", dem ich jemals über den Weg gelaufen bin, Galladon, genialer Pessimist, und Iadon, komplex und interessant in seiner Unfähigkeit.
Sarenes Strang lässt etwas zu wünschen übrig, scheint mehr aus sinnlosen Abendessen mit ihrem Onkel und fast lächerlichen Fechtstunden mit den höchsten Frauen des Landes zu bestehen als wirklich aus echten politischen Intrigen. Auch zieht sich ein starker religiöser Unterton durch das ganze Buch, der mich, da selbst streng antireligiös, etwas vor den Kopf gestoßen hat. (Die Guten besitzen alle die "Wahrheit", was mich irgendwie an die amerikanischen Evangelikalen erinnert, wenn sie über den Islam reden ... )
Aber all das hält sich in Grenzen und ließe sich vergessen mit dem Guten im Gepäck.
Wenn da nicht der Schluss wäre. Ich möchte nicht allzu speziell werden, um die Spannung für niemanden zu versauen, und es nur so vage formulieren: Jeder Trick aus Hollyswoods Mottenkiste lässt grüßen. Was an Intelligenz im Rest des Buches immer wieder genial durchscheint, ist hier brutal für unterhaltungstechnische Aspekte niedergetrampelt worden.
SPOILER
Das schließt mehrere deus ex machina mit ein von der Art: Aber ich habe doch eine kurze Andeutung im 2. Absatz von Kapitel 5 fallen lassen. Das beste Beispiel dafür ist sicher Aidens Auftritt (oh, wie günstig, dass du gerade da bist, spielst zwar überhaupt keine Rolle im Rest des Buches, aber hilf mir doch bitte mit deinen merkwürdigen Fähigkeiten, wo ich sie gerade so zufällig brauche). Hrathens vorläufiges Ende ist nicht mal deus ex machina, sondern komplett willkürlich und unlogisch, wie überhaupt die meisten "überraschenden" Wenden in diesem Teil. Jede Menge haarsträubende Enthüllungen, wer doch eigentlich der rechtmäßige Thronerbe von Teod ist und was es mit Hrathens Vergangenheit auf sich hat. Sogar die Erklärungen Dilafs konnten nicht ausgelassen werden, was seine Motivation hinter all seinem Hass ist. (Ähnlich wie James Bond, was? Wo wir hier doch schon mal alle zusammengekommen sind und gerade nichts zu tun haben, kann ich euch doch erzählen ...) Es wird nicht einmal davor Halt gemacht, das ganze Gemetzel auf den komplett an den Haaren herbeigezogenen Hass eines einzigen Mannes zu reduzieren. Rettungen erfolgen in letzter Minute wie von Wunderhand (und danach stundenlange Erklärungen, warum dieser oder jener doch noch gerade rechtzeitig auftauchen konnte), und Gott sei dank, dass Galladon und alle "Elantriser" auf einmal perfekt Aons zeichnen können, obwohl sie das in ihrem Leben vorher nie geübt haben. Und Hrathens allerletzter Auftritt darf schließlich diesem unglaublichen Ausbund an Lächerlichkeit die Krone aufsetzen. (Ja, was denn, ein halbtoter Mann kann doch bitte ohne Probleme mit einer Hand den stärksten und fähigsten und nicht im mindesten verwundeten Mann der Welt erwürgen.)
SPOILERENDE
Es ist immer eine ganz besondere Enttäuschung, wenn eigentlich gute Bücher so fürchterlich abfallen. Ich kann nicht einmal sagen, dass der Schluss wirklich "absolut" schlecht ist - verglichen mit den meisten Fantasybüchern sicher kein Ausbund an Peinlichkeit. Schlecht wird er eben dadurch, dass man ihn mit dem Vorhergehenden vergleicht. Das mag jemandem, der nicht nach Intelligenz und Anspruch in Fantasy sucht, nicht einmal auffallen. Aber für mich hat es aus diesem eigentlich erfreulich intelligenten Lesevergnügen ein bloßes Ärgernis gemacht, das ich die letzten fünfzig Seiten nur noch abwechselnd ausgelacht und verachtet habe. Was für eine Verschwendung.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Solide Fantasyunterhaltung mit interessanten Charakteren und einer gelungenen, neuen Idee., 15. Oktober 2007
Elantris war bis vor 10 Jahren eine Stadt, in der gottesähnliche Menschen lebten. Sie beherrschten Magie und konnten Wundervolles für ihre Mitmenschen vollbringen. Doch schlagartig hat sich alles geändert. Wen das Shaod ereilt, der wird nun zu einen Kranken, Aussätzigen, nicht mehr zu einer Heiligkeit. Man erklärt ihn für tot und verbannt ihn hinter die Mauern von Elantris, hinter denen der Wahnsinn und der Verfall langsam um sich greifen. So ergeht es auch dem Prinzen Raoden, der in der benachbarten Stadt Kae wohnt. Über Nacht bekommt der die verräterischen Flecken und das grau verfärbte Haar. Für sein Land ist er also tot und findet sich kurz darauf in der düsteren Stadt wieder, die er vorher nur von außen kannte. Er sieht das Elend und die Verkommenheit, aber ein Teil davon werden will er nicht, Im Gegensatz zu den meisten anderen Bewohnern, macht er sich auf die Suche nach dem Ursprung für das Leiden. Nach und nach findet er sogar andere Menschen, die ihm zur Seite stehen.
In Raodens Heimatstadt Kae trifft unterdessen seine Verlobte Sarene ein. Die beiden wurden schon früh einander versprochen, um ihre Städte gegen eine Bedrohung von außerhalb zu stärken. Nun muss Serane allerdings feststellen, dass Raoden vor kurzem angeblich verstorben ist. Trotzdem gilt ihre Hochzeit als vollzogen und sie bleibt in der Stadt. Doch auch sie ist fasziniert von Elantris und es gelingt ihr, einiges zu deren Hintergründen zu erfahren. Außerdem ist da noch der Hohepriester Harthen aus Fjordell. Fjordell ist das Land, gegen das sich die Kae und auch Sarenes Heimat zur Wehr setzen. Hrathen und Sarene geraten immer wieder aneinander und führen Wortgefechte zu Religion und Politik. Die Lage spitzt sich stärker zu und sowohl in Elantris als auch außerhalb kommt man dem Geheimnis der Stadt immer näher. Wird es gelingen, es zu lösen?
"Elantris" ist der erste Roman von Brandon Sanderson. Er ist mit seinen 896 Seiten ein beachtlich umfangreiches Buch für ein Erstlingswerk. Die "Publishers Weekley" feiert das Buch und sagt laut Klappentext "Elantris ist bereits jetzt ein Fantasy-Klassiker". Solche Lobeshymnen sind vielleicht etwas übertrieben, aber spannende und interessante Unterhaltung bekommt man hier auf jeden Fall geboten.
Die ganz großen Schlachten sucht man vergeblich. Sandersons Kämpfe werden eher verbal ausgetragen. Allen voran seien hier natürlich Hrathen und Sarene genannt, die sich immer wieder in Diskussionen verstricken. Hrathens Religion ist für ihn eher Mittel zum Zweck, auch wenn er das so natürlich nicht zugeben kann. Die Gedankenkonstrukte, die er aufbaut, und die Macht, die er dadurch erlangen will, sind spannend zu verfolgen. Auch Sarene ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Am Hof von Kae eingetroffen ist sie natürlich bestürzt darüber, dass ihr Verlobter nicht mehr leben soll. Davon lässt sie sich aber nicht einschüchtern und geht nun ihren ganz eigenen Weg.
Trotz der Trostlosigkeit, die Elantris ausstrahlt, ist der Roman von einer eher positiven Grundstimmung durchzogen, verkörpert durch die beiden Protagonisten Sarene, die eine sehr starke Frau darstellt und Raoden, der trotz der Shaod nicht verzweifelt, sondern sich voller Zuversicht in seine Suche stürzt. Allerdings wirken die Charaktere teilweise recht stereotyp. Die Grundidee der Geschichte ist wirklich gut, aber insgesamt gesehen bleibt doch nur eine Fantasygeschichte, wie es schon viele vor ihr gab. Trotzdem liest man das Buch gerne. Der Autor schafft es, seine Leser von der ersten Seite an zu fesseln und sie in seinen Bann zu ziehen. Trotz einiger Länger, die gerade auf den ersten 250 Seiten zu finden sind, möchte man immer wissen, wie es weitergeht.
Fazit: "Elantris" ist solide Fantasyunterhaltung mit interessanten Charakteren und einer gelungenen, neuen Idee. Wer über einige Längen hinwegsehen kann, bekommt mit dem Erstlingswerk von Brandon Sanderson einige spannende Lesestunden geliefert.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Einzelband, 14. August 2007
Wer die Nase voll hat von Endloszyklen und Trilogien wird mit Brandon Sandersons Debüt-Roman ELANTRIS seine Freude haben. Es ist ein Einzelroman, in dem alles verpackt ist, was eine Fantasygeschichte braucht: religiöse Konflikte, Kampf um Gleichberechtigung und Selbstbestimmung, die Kraft des Optimismus, die Zerstörungskraft von Macht- und Habgier, eine kleine Romanze, Zombies, etc.
Zugleich muss sich der Autor den Vorwurf der Oberflächlichkeit gefallen lassen, denn obwohl er versucht Fantasy mit "intellektuellem Anspruch" zu schreiben, werden diese Themen nur angerissen. Dabei fehlt es ihm an der nötigen Subtilität und seine Botschaften überschreiten des Öfteren die Grenze zur Aufdringlichkeit.
Einst war der Shaod ein Segen. Niemand wusste wieso, aber über Nacht verwandelten sich gewöhnliche Menschen in nahezu allmächtige, unsterbliche Wesen. Diese zogen nach Elantris, der strahlenden Stadt. Doch vor 10 Jahren wurde aus dem Segen ein Fluch - aus gottgleichen Wesen, von Qual zerfressene Zombies - aus der strahlenden Stadt, ein modernder Haufen Steine und ein Gefängnis.
Als Kronprinz Raoden von Arelon dem Shaod zum Opfer fällt und er klammheimlich nach Elantris verbannt wird, will er sich nicht seinem Schicksal ergeben, sondern versucht Ordnung aus dem Chaos zu schaffen.
Inzwischen kämpft seine Braut, Prinzessin Irene (mittlerweile offiziell verwitwet), um Anerkennung in der ihr fremden patriarchalischen Gesellschaft und gegen ihre Nemesis, den Prediger Hrathen. Dieser soll Arelon zum Shu-Dereth Glauben bekehren oder für seinen Untergang sorgen.
ELANTRIS ist gute, solide Fantasy, die durch einige originelle Ideen besticht (vor allem das Magiesystem), auch wenn Wertvorstellungen manchmal zu großzügig verabreicht werden.
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