Was machen fünf Inder, einer von ihnen verwundet, wenn sie auf der Flucht vor einem Gangstersyndikat in einer abgelegenen, verlassenen Berghütte in den Alpen kurzfristig unterschlupf finden? Ganz einfach: Sie fangen zu singen an! Und wenn die Hütte zu klein und zu düster ist, um darin auch noch ein perfekt choreografiertes Ballett auf's Parkett zu legen, sinkt man halt kurzerhand durch die Matratze und kommt an einem Phantasiestrand wieder raus.
Au weiah! Dass Sing- und Tanzeinlagen fester Bestandteil des Bollywood-Kinos sind, ist ja nichts Neues, und dass diese auch in einem Actionthriller einigermaßen funktionabel in die Handlung eingeflochten werden können, beweisen Filme wie DON oder MAIN HOON NA. Aber in die vom Grundton her eher düstere Rachegeschichte von ELAAN passen sie nicht die Bohne. Da man aber trotzdem nicht darauf verzichten wollte, wurden die Songs völlig zusammenhanglos in die Handlung gewürfelt und stellen in der Geschichte absurde Fremdkörper dar, die den Film nicht nur unnötig ausbremsen, sondern ob ihrer Deplaziertheit auch wahre Lachschlager sind.
Leider sind die Lieder durchgehend auch nicht gerade besonders gut. Ich zumindest hatte nach 160 Minuten nicht einen einzigen Ohrwurm im Kopf.
Dabei schien es zunächst so, als würde der Film auf Tanz und Gesang verzichten, da die erste Nummer gut eine Stunde auf sich warten lässt.
Lachschlager sind auch die zahlreichen Actionszenen. Natürlich erwartet niemand hier ernsthaft sowas wie Realitätsnähe, aber dass hier wirklich JEDES Fahrzeug explodiert, sobald auch nur ein Reifen den Asphalt verlässt und die (sich teilweise extrem dämlich verhaltenden) Bad Guys reihenweise niedergemäht werden, während sich unsere Helden sogar unbewaffnet mitten ins MG-Feuer stellen können, ohne sonderlich erwähnenswerte Verwundungen davonzutragen, ist definitiv jenseits jeglicher Glaubwürdigkeit.
Was übrig bleibt ist eine unausgegorene Genre-Melange, die ihr Potenzial weitgehend der Lächerlichkeit preisgibt. Das ist leidlich unterhaltsam, wurde uns aber selbst aus Bollywood schon weit besser serviert.