Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und am Oktotag schuf Gott die Musik von "El Cielo", 23. Oktober 2002
Viele Köche verderben manchen Brei. Viele Zutaten nicht unbedingt. Vor allem, wenn sie erlesen sind. Im spanischen Himmel über Kalifornien haben die vier Jungs von Dredg auf ihrem neuen Album eine riesige Fülle musikalischer Ingredienzien zurückgegriffen. Und sie hatten ein gutes Rezept. Ähnlich wie in der Versuchsküche bei "essen und trinken" ist dabei aus scheinbar ungewöhnlichen Zutaten am Ende keine musikalische Nudelsuppe entstanden, sondern ein formidables Ergebnis auf dem (Platten-)Teller gelandet. Es ist schon erstaunlich, wie geschmeidig sich unterschiedlichste Klangwelten in das Gesamtkonzept einfügen: Gregorianische Choralfragmente, Wassergluckern, verzerrte Flugzeugpilot-Tower-Korrespondenzen, mittelalterliche Dulcimerklänge, osteuropäische Frauenchöre, A-Capella-Chöre im Stile der Renaissance, impressionistische, leicht schräge Klaviermalerei, orientalische Skalen, krude Rhythmuswechsel, Cellopassagen, Elektronikgeplucker, kurzfristige Anflüge von Breakbeats, Orchesterpauken, Streicher... die Liste ließe sich beliebig verlängern. Doch bei all diesen Zutaten findet sich auf dieser Platte doch vor allem eins: Mehr als veritable Rockmusik! Und dank der verschiedenen Zusatzzutaten eine ungemein vielseitige, vielschichtige und doch sehr homogene Platte. Nicht zu verleugnen ist auf diesem Album der Hang zum Hymnischen, den die Band pflegt. Nach ruhigen, eher filigranen Strophen bricht irgendwann der Pathosvulkan aus und schleudert den Hörer in den Himmel voller Geigen und breitwandiger Harmonien. Über allem prangt die Stimme von Sänger Gavin, der vielleicht stimmlich zwischen Morten Harket von a-ha und Keith Caputo (ehemals Life of Agony) angesiedelt ist. Dazu gibt es von den Gitarren mal fast streicherhaft gehaltene, mal zart gezupfte Töne, mal schrammelig, fast im Stile der alten U2, mal breitwandig verzerrt. Die Basis des Ganzen bildet das ungemein kreative, kraftvolle und zugleich feinfühlige Schlagzeugspiel, das die dynamischen Fäden souverän in der Hand hält. Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen ist ob der Eigenständigkeit dieses Werkes schwierig. In seinem Hang zu Pathos und ausladenden Refrains mit dem Hang zum Hymnischen, liegen Dredg in der Nähe der ebenfalls famosen Sigur Rós, wenngleich wesentlich vitaler und agiler. Gleichzeitig fühlt man sich mal an die besten Momente des Rocks der 80er Jahre erinnert (die soll es ja auch gegeben haben). Mal fällt einem Keith Caputo wie Schuppen aus den Haaren, mal winken ?A Perfect Circle? aus dem Nachbarfenster, mal schieben Coldplay einen melancholischen Gruß durch den Briefschlitz. Die vielseitigen Rhythmen von Tool und Peter Gabriel schwofen gemeinsam im Esszimmer. Auch der Progressiv-Rock ist auf dem Stammbaum eingezeichnet. Auch wenn Dredg mit diesem Genre äußerst angenehm unprätentiös umgehen. Es geht hier nicht darum, möglichst viele Takt- und Tonarten in möglichst lange und ausladende Epen zu verpacken, es geht hier nicht um den Lautstärke-, Virtuositäts- oder Geschwindigkeitsolymp. Der Frickelfaktor geht fast gen null. Es waren nicht zuerst die festgelegten Ideen von Tonart (fis-phrygisch vielleicht???) oder Takt (wir hatten schon lange keinen 5/8-Takt mehr!) da, sondern die musikalischen Ideen. Die einzelnen Einflüsse sind homogene Bestandteile des Ganzen. Die Stücke sind zwar sehr vielseitig und pfiffig arrangiert, aber gleichzeitig harmonisch recht simpel gehalten. Als Fazit geht für mich eine absolute Empfehlung an alle Leute die musikalisch neugierig sind, offen für Neues, ohne sich auf avantgardistische Klangexperimente einlassen zu wollen. Sehr gute Rockmusik, dynamisch vielseitig und facettenreich und unglaublich homogen. Ab ins Raumschiff und ab in den spanischen Himmel!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
FANTASTISCH, 3. Dezember 2007
Seit dem ich meine Lieblingsband Porcupine Tree schon über und über gehört habe und auf der Suche nach anderen guten "ProgRock"-Bands bin, durchstöbere ich amazon nach Rezesionen, die auf Ähnliches hoffen lassen. Immer wieder stößt man da ja auf Band, die super sein sollen, um festzustellen, dass Geschmäcker nun einmal verschieden sind.
Dredg hat miach aber vollkommen überzeugt mit einem Mix aus schnell, direkt und wiederum warm und melodisch. Dabei sind sie mindestens so einfallsreich wie Wilson und Co., vielleicht nicht so erfahren und technisch versiert, aber immer noch ganz oben auf der Einfallsreichtum-Skala. Wow, das Ding hat mich absolut überzeugt!!!
Same ol' road ist wunderbar melancholisch und bei zanzen gehts schon mehr ab, allerdings nie ohne eine gewisse Elegie und Mut zum Stilwechsel.
Dieser Mut sollte mit einem belohnt werden: Kaufen!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erste Allgemeine Verunsicherung, 15. Dezember 2002
. . Es sind diese Tage. Tage, an denen man auf Werke von Bands/Künstlern wie z.B. "dredg" stößt, die einem wieder einmal vor Augen führen, warum man sich dafür entschlossen hat, Musik als echtes Hobby zu pflegen. Die vier Kalifornier sind gut. Richtig gut. So gut, dass ich mich zurückhalten muss während ich hier über sie schreibe, um nicht obsessiv zu werden. Folgender, etwas skeptisch machender Eindruck hilft mir (bis jetzt) dabei: "El Cielo" klingt nämlich nicht wie ein zweites Album einer relativ "jungen" (bei dredg ist niemand über dreißig) Band.. Es strotzt nur so vor Selbstsicherheit, ist in keinem Moment verspielt, in-sich-geschlossen und durch den unkonventionellen Einsatz einer riesigen Bandbreite (versuchen sie mal zu zählen) von Instrumenten hochgradig progressiv. Selbst Radiohead haben wenigstens vier Alben gebraucht, bis sie mit "Kid A" diese Ebene musikalischer Expression für sich beanspruchen konnten/wollten. Was also treibt einen - oder vier - mid-twens dazu, sich in einem so frühen (musikalischen) Entwicklungsstadium auf diese Art und Weise ausdrücken zu wollen? Ist DAS vielleicht endlich die neue Generation von Musikern, denen man guten Gewissens Hoffnung und Herz zum Beschützen vor grauenhafter Einheitsbreiverköstigung auf den Weg geben kann? Man möchte es (fast) meinen. Vorbilder von Gavin Hayes und co. sind ja bekanntlich Miles Davis, Radiohead, Tool und Air. Einflüsse dieser Bands/Künstler sind sofort hörbar. Verwunderlich nur, dass selbst Letztere klein angefangen haben. Fazit: Dredg setzt dort ein, wo Radiohead und Konsorten erst viel später angekommen waren. Aber: Wo führt das noch hin? Können sie diesen Standard halten? Haben sie ihr Pulver mit "El Cielo" schon verschossen? Oder haben mich gar mehrere enttäuschte Hoffnungen in kürzlicher Musikgeschichte engstirnig gemacht? Ich gehöre auf jeden Fall zu den Ersten, die für die nächste dredg-Scheibe Schlange stehen, um Antworten zu bekommen. Antworten, nach denen ich mir möglicherweise "DREDG" auf die (enge) Stirn tätowieren lassen werde. ZU skeptisch sollte man ja schließlich auch nicht sein..(Anspieltips: "Same Ol'Road", "Triangle", "Whoa is me" und "Eighteen People live in Harmony")
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