El Cazador de la Bruja bewegt sich ganz in der Tradition von Noir, bereichert das Schema aber noch um den leichten Flair eines Westerns sowie einigen Fantasy-Elementen. Schlussendlich scheitert er allerdings ebenso an einer nicht wirklich überzeugenden Story sowie einem quasi nicht vorhandenen Spannungsbogen und einem fehlenden roten Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Viele der Episoden sind so dermaßen zusammenhangslos und nehmen keinen Bezug zu vorherigen Folgen, man könnte sie glatt in der Reihenfolge wild durcheinanderwürfeln, es würde niemandem auffallen. Das ist mein voller Ernst.
Ich bin ein riesiger Noir-Fan, aber was hier geboten wurde, gefiel mir kurz gesagt überhaupt nicht. Mashimo und BeeTrain scheinen alles, was sie früher einmal konnten, in den letzten Jahren verlernt zu haben. Ja, es gibt Parallelen zu Noir oder auch Madlax, aber diese beschränken sich (leider) auf ein paar Ähnlichkeiten in der Handlung und der Musik. Alles andere, was z.B. Noir ausgemacht hat und die Serie auch zu etwas Besonderem gemacht hat, ist irgendwo verloren gegangen. Damit meine ich die besondere Erzählweise und den Stil der Serie (Animationen, Schnitte, etc.). Wenn man die Serien vergleicht, dann fragt man sich ob El Cazador und Noir wirklich vom gleichen Regisseur produziert wurden... scheinbar war Mashimos Anteil an der Qualität von Noir nicht besonders groß.
Jetzt aber genug Vergleiche zwischen den verschiedenen Serien... Es sollte hier ja auch kein Noir-Klon produziert werden, sondern eine eigenständige Serie. Aber die Serie erweckt auf mich den Eindruck als ob es das Hauptziel war so etwas ähnliches wie Noir/Madlax zu produzieren, denn zum größten Teil verläuft die Serie völlig ziellos. Es gibt nur dieses Hauptthema "Reise nach Winay Marka", das uns die gesamte Serie begleitet. Das Tolle daran ist, man kann es soweit strecken wie man will und gerade für solche Serien mit einigen Füllepisoden ist es natürlich perfekt geeignet. Bei den 26 Episoden waren ungefähr zwei oder drei Episoden dabei die mir relativ gut gefielen: Episode 14 (die Rückblende über die Vergangenheit von Ellis) und auch Episode 25. Das ist mir leider, leider etwas zu wenig.
Dazu kommt noch dieser seltsam lächerliche Stil der Serie. Seien es die "Taco taco tacos", L.A. oder die Versuche von "Blue Eyes", also dieser Angestellten des Professors, in das Büro von Rosenberg einzudringen: Was sollte das? Warum musste das in dieser Serie sein, wenn wir bis jetzt in Serien von Mashimo von solchen Zeug verschont blieben? Besonders witzig fand ich es jedenfalls nicht, eher lächerlich oder einfach befremdlich, weil es fehl am Platz wirkte. Scheinbar wollte man hier etwas Neues machen und vielleicht hatte ja auch der eine oder andere daran Spass, ich jedenfalls nicht.
Bei den Animationen fallen die modernisierten Charakterdesigns auf. Wenn die Serie ernsthafter und düster wäre (wie ihre Vorgänger), dann würde es nicht so gut zur Serie passen, aber so ist es ziemlich egal. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Die Charaktere sind eher sparsam animiert und die Hintergrundzeichnungen sind zum größten Teil sehr hübsch. Auch die Musik in der Serie gefiel mir wie üblich recht gut. Besonders gut gefallen mir aus dem Soundtrack Inca Rose und El Cazador. Opening und Ending waren beide ganz ordentlich, aber nicht besonders umwerfend.
Zusammenfassend kann ich die Serie eigentlich niemanden weiterempfehlen... Höchstens "Yuki Kajiura"-Fans können hier etwas Musik hören und alle die sowohl an Noir als auch an Madlax keinen Spass hatten, können mal hier reinschauen. Vielleicht ist ja gerade diese Serie etwas für sie. Aber ansonsten sollte man sich lieber noch einmal einen Vorgänger ansehen.
Fazit: Ziellose und relativ langweilige Action-Serie mit guter Musik und mittelmäßigen Animationen. Da helfen auch keine "hübschen" Hauptfiguren. Mit ihren Vorgängern hat die Serie leider nur noch die gute Musik gemeinsam. Die Story kann leider sehr wenig bis gar nicht überzeugen. Man hofft dann wenigstens auf ein einigermaßen spannendes Showdown, doch auch das bleibt einem verwehrt. Die letzte Folge war so sinnlos, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Alles in allem kann ich die vielen positiven Rezensionen hier nicht verstehen. Da sieht man wieder: Geschmäcker so wie Ansprüche sind wahrlich sehr verschieden. Aus diesem Grund kann ich jedem Interessenten nur empfehlen, sich nicht von den guten Bewertungen blenden zu lassen, sondern sich irgendwo erst einmal die ersten 3-5 Folgen anzuschauen. In dem Schema läuft die Serie dann quasi bis zum Schluss. Wem es also bis Folge 5 noch langweilig ist, der kann es eigentlich gleich bleiben lassen, denn mehr kommt da nicht, leider.