Alfred Tetzlaff, das ist der Prototyp des hässlichen Deutschen und dennoch (oder gerade deswegen?) ist er die Hauptfigur einer meiner Lieblingsserien. Mit der Familie Tetzlaff habe ich schon viele lustige Stunden verbracht, sie gehören zu einem Silvesterabend dazu wie das Glas Sekt um Mitternacht und wie das alljährliche Feuerwerk. Erst wenn Alfred seinen berühmten Punsch, der im übrigen nur aus Rum besteht, kredenzt (natürlich nur sich selbst), dann kann für mich der Silvesterabend beginnen.
Das große Buch für Fans war deswegen genau das richtige für mich und ich muss sagen, es lässt das Herz jeden Tetzlaff-Fans höher schlagen. Jede einzelne Folge wird hier ausführlich besprochen, zunächst gibt es eine lange Zusammenfassung, aber auch der beste Dialog aus der Folge findet Eingang in dieses Buch. Aber F.-B. Habel gönnt uns auch die wichtigsten Erkenntnisse, die Alfred in dieser Folge gewonnen hat. Wenn man die Folgen selbst gesehen hat und dabei Alfreds geniale Mimik vor Augen hat, kommt man auch beim Lesen nicht mehr aus dem Lachen heraus.
Doch das Buch hat noch viel mehr zu bieten. F.-B. Habel widmet sich ausführlich den Darstellern, portraitiert die beiden Hauptdarsteller Heinz Schubert und Elisabeth Wiedemann und druckt auch Ausschnitte aus Interviews ab, die er mit den Darstellern geführt hat. So erhält man viele Hintergrundinformationen über die Schauspieler, die ihr Bild sehr gut abrunden. Aber natürlich kommen auch die anderen Darsteller nicht zu kurz, F.-B. Habel nimmt sich sogar die Zeit und stellt die Schauspieler vor, die kleine Nebenrollen oder Gastauftritte in der Serie hatten.
Besonders interessant fand ich die Vorstellung Wolfgang Menges, dem geistigen Vater Alfred Tetzlaffs, der zunächst nur eine britische Serie für das deutsche Fernsehen adaptieren wollte, der dann aber schnell feststellen musste, dass er die Serie praktisch neu schreiben muss, weil die britischen Witze für das deutsche Publikum nicht passend wären. So erschuf er schließlich Alfred Tetzlaff, dem manche nachsagen, dass er zu Willy Brandts "Fall" beigetragen hat. Doch dass das gar nicht seine Intention gewesen ist, macht Menge in einem langen Interview nochmal deutlich.
Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche schwarz-weiß-Fotos, die Szenen aus der Serie festhalten oder aber die Schauspieler in anderen Situationen zeigen. Selbst Fotos, die Schubert in seiner Freizeit gemacht hat, finden Eingang in dieses Buch. Insgesamt ist das vorliegende Buch ein absoluter Hochgenuss für alle Ekel Alfred-Fans. Man kann nicht nur alle Folgen Revue passieren lassen und sich nochmal köstlich über die besten Szenen amüsieren, sondern man erhält viele Hintergrundinformationen, die den Werdegang der Serie dokumentieren und nochmal deutlich machen, welche Intention die Macher der Serie hatten. Dieses Buch verdient definitiv die Höchstnote!