Ein Trupp Wissenschaftler mit hehren Motiven sitzt auf einem Eisberg fest, eine scheinbar aussichtslose Situation.
Eiszeit von Dean Koontz, der ausnahmsweise mal keine übernatürlichen Aspekte in seinem Buch verbaut, ist ein Thriller vom Reissbrett: eine Gruppe Menschen befindet sich in einer zunehmend bedrohlichen Lage ohne sichtbaren Ausweg, zusätzlich erschwert durch die verrinnende Zeit bis zum unvermeidlichen Showdown. Dazu gibt es noch den Verrückten innerhalb der Gruppe, der für zusätzliche Probleme sorgt. Auch der zweite Handlungsstrang, das russische U-Boot, hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: die Zeit, ein Kapitän mit persönlichen Problemen sowie das sich ändernde Verständnis für den Klassenfeind nach Fall des eisernen Vorhangs.
Das erzeugt insgesamt eine spannende Story die ohne Tiefe auskommt, dass zeigt auch schon der Plot (Eisberge zu Trinkwasser verarbeiten ist eine ziemlich alte Idee, die man genauso schnell wieder verworfen hat wie sie damals aufgekommen war). Genauso wenig Tiefe haben die Motive des Verrückten innerhalb der Gruppe sowie des russischen Kapitäns. Der eine ist schlicht irre, der andere leidet an den Folgen eines persönlichen Verlusts, fertig. Eine Verbindung zur Handlung sucht man da vergebens.
Am Schluß steht ein spannender aber oberflächlicher Abenteuerroman der keine sonderlichen Ansprüche an die Leserschaft stellt und gerade deshalb auch so unterhaltsam ist, mehr als drei Sterne sind aber nicht drin, da ist noch viel Luft nach oben.