Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geheimtipp: Exzellent recherchierter Krimi, 2. April 2009
Es ist ein grausiger Fund, den die Kommissare Braunagel und Schwarz da zu bearbeiten haben, eine nackte Frauenleiche mitten im Wald, das Gesicht zur Unkenntlichkeit zertrümmert, und so gut wie keine Spuren. Hauptkommissarin Zeller hat sofort die Theorie eines Ritualmordes bei der Hand, doch die scheint Braunagel eher dazu geeignet, dass seine Vorgesetzte beim Staatsanwalt, der noch dazu ihr zukünftiger Verlobter ist, auch um berufliche Anerkennung heischt.
Das ist die klassische Konstellation: die bodenständigen, erfahrenen Kommissare mit dem wertvollen Bauchgefühl und eine Vorgesetzte, die eher Sand ins Getriebe streut, als dass sie Nützliches beisteuerte. Die in Baden-Württemberg geborene und seit über dreißig Jahren im bayerischen Ingolstadt lebende Autorin Carmen Mayer siedelte ihren Romanerstling in Würzburg an, das unter anderem als Zentrum des Frankenweins bekannt ist. Die Sache mit dem Eiswein ist freilich eine, die den Ermittlern bei ihrer Arbeit hilft, denn der Frühherbst, welcher der Handlung ihren Rahmen bietet, ist die falsche Jahreszeit für Eiswein; was die Polizeibeamten natürlich wissen.
Die Tote, das stellt sich bald heraus, ist eine Hotelbesitzerin, Julia Neubauer. Ihr Kontakt zur Welt der Winzer führt nicht nur über ihren Beruf, sondern über Christoph Orthler, der, wie der Leser noch vor den Kommissaren erfährt, ihr Geliebter war. Dem Leser erschließt sich die Liebesbeziehung der beiden unter anderem aus dem im Buch abgedruckten E-Mail-Wechsel, der Christoph an einer Stelle des Buches zur traurigen Bemerkung veranlasst, die meiste Zeit hätte er mit seiner Geliebten eigentlich im Internet verbracht.
Innerhalb weniger Tage rollen nun die zwei Kriminaler die Geschehnisse der letzten Tage auf sowie eine Menge von Hintergründen. Andeutungsweise eingeflickt werden deren persönliche Befindlichkeiten: da schwingt eine in die Brüche gegangene Beziehung im Hintergrund mit, und der Konflikt mit der Vorgesetzten ist ganz gewiss noch ausbaufähig. Auf einen Folgeroman darf man bestimmt gespannt sein.
Die Autorin, Carmen Mayer, ließ sich für »Eiswein« nicht nur eine gefinkelte Kriminalgeschichte einfallen, die beim Lesen die Versuchung weckt, doch ein paar Kapitel vorzublättern, um endlich zu erfahren, wie es ausgeht, sondern trat mit der Polizei Ingolstadt sowie Würzburg in Kontakt, die ihr wertvolle Einblicke in die polizeiliche Arbeit ermöglichten. Was im Roman Eiswein vonstattengeht, könnte also aus dem Leben gegriffen sein Realitätsbezüge, die sich so wunderbar von den allseits bekannten und beliebten amerikanischen Krimischinken abheben, von denen Fernsehen und Teile des Buchmarktes heutzutage überflutet werden.
In die Ermittlungsarbeit eingebettet sind Anklänge an das Privatleben der beiden Kommissare. Allerdings steht dieses niemals im Mittelpunkt, sondern gibt lediglich wertvolle Hinweise auf die Befindlichkeiten der Protagonisten. So scheinen auch die Andeutungen, die über eine von Braunnagel insgeheim angehimmelte Serviererin gemacht werden, auf eine mögliche Fortsetzung hinzudeuten. Aber selbstverständlich erst, nachdem der Fall Eiswein von den beiden Kommissaren gelöst wurde.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geld, Geld, Geld, Eifersucht, Neid und Rache, 17. August 2009
Wozu Geld und die im Rezensionstitel genannten Eigenschaften führen können, zeigt der Krimi Eiswein auf: Eine im herbstlichen Wald gefundene, nackte Frauenleiche beschäftigt die Kommissare Walter Braunagel und Norbert Schwarz. Die nach und nach ins Rampenlicht gerückten Verdächtigen sind ebenso gut charakterisiert, wie die ironisch dargestellte Rivalität zwischen dem "niederbayrischen und unterfränkischen Volksstamm", verkörpert durch die beiden Kommissare und deren Chefin (wer diese Mentalität kennt, kommt voll auf seine Kosten). Der Aufbau dieses 150 Seiten starken "Krimis der leisen Töne" gefiel mir: da lösen sich Ermittlungsprotokoll und Rückblenden ab. Der Tathergang und -anlass erschüttert mich als Leserin, ist aber gut nachvollziehbar geschrieben. Insgesamt wirkt das Debüt von Carmen Mayer auf mich gut recherchiert und macht mich neugierig auf weitere Fälle der menschelnden Protagonisten.
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