Kit Sorel ist eine nicht mehr ganz junge, geschiedene Privatdetektivin, die in einem Wohnwagen lebt und angesichts des Auftrages eines Ehepaares, ihre Tochter zu finden, in ein Netz aus politischen und wirtschaftlichen Intrigen gerät.
So spektakulär sich das zunächst anhört, ist es gar nicht. Viel Zeit vergeht in der ersten Hälfte damit, dass Kit verschiedenen Spuren nachgeht, die irgendwie zu nichts zu führen scheinen. Allerdings trifft sie den attraktiven Journalisten David, in den sie sich denn auch verliebt. Erst in der zweiten Hälfte kommt etwas mehr Tempo in die Geschichte.
Das habe ich nicht als Manko dieses Krimis empfunden. Im Gegenteil: Durch schöne Beschreibungen bekommt die Geschichte eine Atmosphäre, die ich nachempfinden kann. Auch die Figuren sind interessant angelegt und haben Ecken und Kanten. Gefühle kommen - wie bereits erwähnt - ebenfalls nicht zu kurz.
Der Fall an sich ist ebenfalls interessant, wird aber gelegentlich etwas unübersichtlich. Es gibt vielleicht zwei oder drei Namen zuviel, und ich war auch ein wenig überrascht ob der Naivität, mit der hier die Motive bewertet werden.
Normalerweise bin ich kein Fan von Ich-Erzählern, so wie es hier der Fall ist, dennoch habe ich diesen Roman sehr gerne gelesen. Man kann sehr gut mit der Protagonistin mitfühlen, und die Geschichte geht trotz kleinerer Zwischenereignisse (zum Beispiel den Kindergeburtstag von Kits Enkel) sehr geradeaus.
Vorne im Buch lese ich, dass dies der zweite Krimi um Kit Sorel sein soll. Tatsächlich gibt es bereits zwei weitere, schon ältere Bücher dieser Reihe:
Schwarze Melodie sowie
Engel der StilleDer Name der Autorin ist dort zwar ein anderer, es handelt sich aber um dieselbe Autorin, die den dritten Roman um Kit Sorel nun unter Pseudonym veröffentlicht hat. Dies habe ich unter Mithilfe einer anderen Rezensentin herausgefunden, bei der ich mich hiermit herzlich bedanke.
Jedenfalls finde ich, dass die Autorin hier eine interessante Figur geschaffen hat, die durchaus Potential für weitere Krimis verheißt. Ich werde diese Reihe sicher weiter verfolgen.
Übrigens: Das Titelbild täuscht! Es passt zum Inhalt des Buches in keinster Weise. Und auch der deutsche Titel ist irreführend (dänischer Original-Titel: U233, wahrscheinlich für deutsche Verhältnisse etwas zu nichtssagend und unspektakulär). Wer mehr über die Bedeutung des dänischen Titels oder über den Inhalt wissen möchte, kann dies in der Kommentarspalte unter dieser Rezension nachlesen.