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Kommissar Kimmo Joentaa trauert um seine verstorbene Frau und zweifelt am Sinn jedes Weiterlebens. Ein Mordfall holt ihn in die Realität seines Berufs zurück, gibt ihm Kraft zu einem Neubeginn. Jan Costin Wagner ist mit
Eismond ein wundervoller Roman um die Bewältigung eines großen Verlustes gelungen.
Kimmo Joentaa wollte die unheilbare Krankheit seiner Frau nie so richtig wahrnehmen. Nun ist Sanna Joentaa tot und Kimmo bezweifelt, ob er ohne sie weiterleben will. Der Gedanke an Selbstmord wird zum ständigen Begleiter. Ein ungewöhnlicher Mordfall zwingt Joentaa in die ungeliebte Realität zurück.
In ihrem Haus wurde eine junge Frau mit einem Kissen erstickt, Spuren eines Kampfes werden nicht gefunden. Zunächst schleppt sich Joentaa durch den Fall, argwöhnisch beäugt von seinem Vorgesetzten Ketola. Weitere Morde nach dem gleichen Muster geschehen, ohne dass plausible Verbindungen zwischen den Verbrechen erkennbar sind. Nach und nach wird die Ermittlung für Joentaa zur Obsession und er erkennt den Grund. "Der Gedanke, dass der Täter gefasst war, hatte ihn erschreckt, hatte ihm Angst gemacht. Mit dem Mörder würde auch das Rätsel verschwinden, dass ihn vor der endgültigen Leere bewahrte." Die Intensität, mit der sich Joentaa nun den Ermittlungen widmet, lässt ihn kleinste Einzelheiten wahrnehmen und schließlich die Verbindung der Morde erkennen. Dabei wird ihm bewusst, dass zwischen Täter und Ermittler eine Intimität, eine Seelenverwandschaft entstanden ist, die auf der gemeinsamen Erfahrung großer Verluste gründet.
Bereits sein Romandebüt Nachtfahrt hat Jan Costin Wagner viel Anerkennung eingebracht, unter anderem den "Marlowe" als Auszeichnung für den besten Krimi des Jahres 2002. Eismond besticht vor allem durch die überzeugende Zeichnung der Innenwelt seines Helden Kimmo Joentaa, eines Menschen am emotionalen Abgrund, der durch das Schicksal eines anderen seine tiefe Krise überwindet. Einer der besten Krimis des Jahres! Man kann den Autor nur beschwören, der Versuchung zu widerstehen, aus diesem wundervollen Roman und dieser wundervollen Hauptfigur eine Serie zu basteln. --Ulrich Deurer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Buchnotiz zu : Die Zeit, 24.07.2003
Tobias Gohlis ist begeistert von diesem "außerordentlichen" Kriminalroman. Jan Costin Wagner lassen "die Regeln des Genres gleichgültig". Es geht um den Tod in diesem Buch, erfahren wir. Die Frau des Kommissars Joentaa stirbt im Krankenhaus, schläft einfach ein, erzählt Gohlis. Joentaa, tief erschüttert, wird danach von der "Leere" schier erdrückt. Doch dann gibt es seltsame Todesfälle: Mehrere Frauen werden auf "beinahe liebevolle" Art getötet. Auch dieser Mann, glaubt Joentaa, hat jemanden verloren. Sein Verstandnis für den Täter, das "Gemeinschaftsgefühl der vom Tod Affizierten", lässt Joentaa den Fall lösen. Doch für Gohlis geht es in diesem Roman nicht um das "wer", sondern um das "warum", um "das Geheimnis des Todes" selbst. In seiner "ruhigen, kargen, introspektiven Sprache" ist Wagner nah an dieses Rätsel herangerückt, schreibt unser tief beeindruckter Rezensent.
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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 05.08.2003
Ansgar Wagner ist außerordentlich beeindruckt von diesem Buch, das ein "spannender Krimi", aber zugleich noch viel mehr sei: Es geht darin um Menschen, die sich mit den "letzten Dingen" beschäftigen, nämlich den Tod. Kommissar Joentaa hat gerade seine Frau verloren, als ein Serienmörder anfängt, Frauen zu töten. Nachdem er das Opfer gesehen hat, vermutet der Kommissar, dass auch der Täter einen Menschen verloren hat. Jan Costin Wagner erzählt seine Geschichte "multiperspektivisch", schreibt unser Rezensent. Der Leser wird parallel zur Ermittlungsarbeit des Kommissars in die "Erlebniswelt" des Mörders eingeführt. Neben der Kriminalgeschichte ist dieser Roman auch eine "außergewöhnliche Liebeserklärung an Finnland", versichert der Rezensent. Im Zentrum der Geschichte aber stünden zwei Menschen, die versuchten, die "Kontingenz des Daseins zu bewältigen".
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