"Eiskalt" ist eine Verfilmung des Bestsellers "Arrivederci Amore,Ciao" von Massimo Carlotto und der sechste Film des italienischen Regisseurs Michele Soavi. Dieser hatte 1986 mit dem Giallo "Stage Fright" einen grandiosen Einstand gegeben,1994 meinen absoluten Lieblingsfilm "Dellamorte Dellamore(Cemetery Man)" vorgelegt,und auch die Doku-Huldigung an seinen Mentor Dario Argento sowie die Filme "The Church" und "The Sect" waren klasse. Ab 1994 nahm sich Soavi eine Auszeit,um sich um seine Familie zu kümmern.
Erst 2006 kehrte er mit "Eiskalt",einem relativ unspektakulären Krimi,zurück. Meiner Meinung nach ist der Film ein Rückschritt für ihn,auch wenn er durchaus über ein paar starke Momente verfügt. Vor allem in der ersten Hälfte des Films finde ich die Erzählstruktur der Handlung zumindest ungeschickt,später gewinnt der Film dann an Stringenz und auch an Zynismus,teilweise sogar an Spannung. Erzählt wird die Geschichte eines eiskalten Mörders,der nach einer Haftstrafe versucht,sich zu rehabilitieren. Seine Versuche,ein ehrliches Leben zu führen,bleiben aber mehr als halbherzig. Zwar hat er in Selbstständigkeit Erfolg und heiratet sogar,empfinden kann er aber anscheinend trotzdem nichts. Deshalb bleiben einige Bekannte von ihm für seinen Erfolg auf der Strecke.
Die Motivation des Mörders bleibt meist im Dunklen,wenn auch für den Zuschauer eventuell erahnbar. Sympathie kann der Zuschauer zu den meisten der Protagonisten aber kaum aufbauen. Auch farblich bleibt der Film dem Thema gemäß eher kalt. Nur ein paar Minuten in einem Hurenclub bieten Ideen und farbliche Besonderheiten,wie sie Soavi eher stehen. Für einen ganzen Film ist das allerdings ein bißchen wenig. Und für einen Film von Soavi erst recht.