Cardinals vierter Fall ist spannend für den Leser, auch wenn er nicht so sehr zu fesseln vermag wie andere Krimis. Zu schnell wird dem Leser klar, wer der Täter sein muss, zu konstruiert wirkt der Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und der Kinderpornografie. Dennoch, die Spannung bleibt erhalten, da man ja noch nicht weiß, mit welchen Motiven jeder in diesem Buch handelt.
Aber für annähernd 500 Seiten reicht die Spannung dann doch nicht, immer wieder flacht der Spannungsbogen zwischendurch ab, während der Leser hofft, dass jetzt endlich mal ein Beweisstück auftaucht, um alles zu beschleunigen. Dennoch: Weiter lesen wird man auf jeden Fall, und wenn es nur aus Neugier auf die endgültige Aufklärung ist.
Auch Leser, die die ersten drei Fälle noch nicht gelesen haben, können bedenkenlos zu diesem vierten greifen, denn alle wichtigeren vergangenen Ereignisse werden in den Gedanken der Protagonisten nochmals erläutert, so dass keine Fragen offen bleiben.
Positiv an diesem Buch ist auf jeden Fall, dass der Autor Spannung ohne blutige Gemetzel erzeugen kann. Zu oft war in letzter Zeit "Thriller" ein Synonym für brutale Schlachtungsszenen, in denen der Leser teilweise vor Ekel pausieren musste. Nein, dieses Buch ist der Beweis, dass man Tatorte beschreiben kann, auch ohne genau zu erläutern, in wie viel Metern Umkreis Hirnmasse verteilt ist, weniger schockierend ist es deswegen nicht.
"Eisiges Herz" ist ein Buch, in dem der Leser für einige Zeit versinken kann, allerdings mit kleinen Schwächen im Handlungsverlauf. Manche Zusammenhänge wirken einfach nicht glaubwürdig, aber andererseits: Das Leben geht auch manchmal seltsame Wege, warum nicht auch in einem Buch?