Auch wenn die Kriminalromane von Andreas Franz fiktiven Ursprungs sind, so ist die Nähe zur Realität in seiner Büchern immer wieder spürbar.Da ich schon einige seiner Romane gelesen habe, fällt mir auf, dass das organisierte Verbrechen und seine Verstrickungen in Politik, Wirtschaft und auch in das Polizeiwesen dem Autor ein besonderes Anliegen ist.
In diesem Buch wird der Mörder, der nach und nach Personen liquidiert, schon zu Anfang vorgestellt, was sehr ungewöhnlich für einen Krimi ist. Aber Franz geht es in diesem Buch vor allem darum,die Verbindungen von Politik, Wirtschaft und Polizeiwesen und deren Verstrickungen in das organisierte Verbrechen zu beschreiben und deutlich zu machen, wie machtlos das normale Polizeiwesen dem gegenübersteht. Korrupte Leute in Machtpositionen,für die ein Menschenleben keinen Wert besitzt und die auch vor Gewalt gegen Kinder nicht zurückschrecken, beherrschen das Geschehen dieses Romans, der an manchen Stellen schon sehr brutal daherkommt.Trotzdem hatte ich als Leser nicht eine Minute das Gefühl, dass es um Effekthascherei geht, sondern dass das Geschehen durchaus der Realität entsprechen könnte.
Mit Spannung verfolgt man, wie das Ermittlerduo de Santos und Henning versuchen,in ihrem Fall, der in Kiel spielt, einen Fuss an den Boden zu bekommen, was ihnen allerdings von allen Seiten erschwert wird.
Was mir an diesem Buch neben der durchgehenden Spannung im Geschehen außerordentlich gut gefallen hat, war, dass die Machtlosigkeit des Polizeiapparates und die daraus resultierende Frustration der ermittelnden Beamten gut nachvollziehbar beschrieben wurde.
Für mich war der neue Franz wieder ein tolles Leseerlebnis, das mir so manchen Schauer über den Rücken gejagd hat.