Sind Sie müde?
Fühlen Sie sich erschlagen von der Masse an Leopard, Tiger, Panther & co Literatur? Gar gelangweilt?
Dann hab ich was für Sie! Wie wärs sich mal mit den Anfängen von Panzerbau und Einsatztaktik zu beschäftigen? Dann mögen Sie vielleicht noch einen Augenblick
verweilen und etwas weiterlesen.
Als ungeliebtes Kind der deutschen Militärs, interessierte man sich 1918 als der Krieg wieder ein Bewegungskrieg wurde doch für die taktischen Möglichkeiten
der Panzerwaffe. Die Zeit verschlafen, standen nur 20 Panzer aus eigener Produktion zur Verfügung! Rückrad der improvisierten, jungen deutschen Panzertruppe
bildeten daher, die gerade nach dem Panzerangriff von Cambrai im November 1917 massenhaft eingesammelten Beutetanks.
Genau mit diesem Aspekt setzte sich Fred Koch in seinem Buch auseinander, in dieser kompakten Form wohl sogar als erster!
Auf 78 Seiten macht Herr Koch den Leser mit der Bildung der Beuteabteilungen bekannt, geht näher auf den Umgang mit englischen und französischen Tanks ein
und vergisst abschließend auch nicht die in Russland erbeuteten Panzerwagen. Als Bonbon wird noch ein Einsatzbericht von Angehörigen der Schweren Kampfwagen-
Abteilung 15 (Beute) vom 8.10.1918 angeboten. Den Texten zur Seite stehen ca. 100 Fotos, die auch den überwiegenden Teil des Buches ausmachen.
Macht man sich bewußt, das sich die Spurensuche zu Einzelaspekten des 1.Weltkrieges als sehr schwierig gestalten können, manches nicht dokumentiert, vernichtet
oder in Archiven bis heute vergessen schlummert, der "Oral History" zu spät Aufmerksamkeit geschenkt wurde, verschmerzt die zum Teil schlechte Bildqualität
und den im Vergleich zum Bildmaterial kleinen Textanteil.
Das und der Umstand, das meines Wissens erst 2011 wieder etwas zu diesem Thema von einem deutschen Verlag (in engl. Sprache!) veröffentlicht wurde, läßt
m. E. nur eine Bewertung der Arbeit von Herrn Koch mit 5 Sternen zu!