Als Musiker fällt es mir immer wieder schwer so manchen musikalischen Trends zu folgen, oder jene zumindest zu verstehen. Philipp Poisel spielt in dieses Missverständnis ebenfalls
rein. Die Texte sind lyrisch, poetisch und melancholisch. Eigentlich genau das, was ich von guter Popmusik erwarte. Die Instrumentierungen sporadisch und einfach. Reduziert auf die meist guten Texte und das Wesentliche. Was dieses schlüssige Fundament aber gänzlich kaputt macht, ist die Stimmer des Herrn Poisel. Er nuschelt was das Zeug hält, versucht mit seinem begrenzten Stimmumfang die Töne zu treffen und lässt mich verdutzt vor meine Anlage sitzen, weil ich ihn akustisch nicht verstehen kann. Ok, dass mag sein eigener Stil
sein, aber wenn Kunst zu einfältig wird, und der Betrachter eines Bildes die abstrakte Zitrone so gar nicht erkennt, kann ich dem nicht sehr viel abgewinnen. Ich verstehe ihn nicht.
So manches Live-Video gestaltet sich sogar zur reinen Gesangsfarce. Muss das sein? Kann man ihm nicht zumindest 40% von dem Genuschel abgewöhnen? Die Basis gefällt, aber der Gesang ist mir, wie sagt man so schön, ein wenig zu pittoresk. "Eisernen Steg" ist ein gefälliger kleiner Song der aber nicht so richtig ins Ohr gehen will. Der Text, sofern man alles versteht, wie immer Klasse.