Die alte, alleinstehende und in Kapstadt lebende Lehrerin Elizabeth Curren hat Krebs. Ihre Tochter ist bereits vor Jahren nach Amerika ausgewandert. Betreut wird sie von ihrer schwarzen Haushälterin Florence. Am gleichen Tag, als sie von ihrer Krankheit erfährt, entdeckt sie einen Obdachlosen auf ihrem Grundstück. Sie erlaubt ihm, in ihrem Schuppen zu wohnen. Damit beginnt eine Annäherung. Eine Schicksalsgemeinschaft. Sie beginnt einen Brief bzw. Tagebuch als Vermächtnis an ihre Tochter zu schreiben. Der Geist ihrer Seele so schreibt sie, soll über diesen Brief zu ihr gelangen. Der Obdachlose (Mr. Vercueil) soll ihn nachdem Elizabeth gestorben ist, an die Tochter schicken. Weil sie ihm aber nicht vertrauen kann, dass er ihn auch abschickt, ist es für sie: "eine Wette auf Vertrauen" und: "weil ich ihm nicht vertrauen kann, muss ich ihm vertrauen".
Eines Tages bringt die Haushälterin ihren halbwüchsigen Sohn, der im Township aufwächst, mit in das Haus. Dieser wiederum bringt einen Freund mit und eine Waffe, die sie im Haus versteckt halten. Es kommt zu Übergriffen der weißen Ordnungshüter auf die Jungen. Der Freund wird schwer verletzt, kommt ins Krankenhaus und der Sohn kehrt ins Township zurück. Dort wird er bei einem weiteren Übergriff auf die Unterkünfte schwarzer Widerstandskämpfer erschossen. Dies geschieht ausgerechnet, als Elizabeth mit ihrer Haushälterin dort hinfährt, damit diese ihren Sohn zur Besinnung bringen kann. Der Freund des Sohnes flüchtet aus dem Krankenhaus und kehrt in das Haus von Elizabeth zurück. Dort hält er immer noch die Waffe versteckt. Letztlich erschießt die Polizei bei der Erstürmung des Hauses auch ihn.
Die alte Frau mit ihrer Krebskrankheit ist eine Parabel auf den durch Apartheid geprägten Zustand Südafrikas während der Phase des permanenten Ausnahmezustands in den Jahren 1985 bis 1990. Am Ende ihres Lebens glaubt sie, dass im Körper durch die Anhäufung von Schande und Selbstekel dieser bösartig wird und sich selbst auffrisst. Deshalb der Krebs.
Coetzee gelingt es in diesem Roman auf ergreifende Weise den Zustand Südafrikas zu schildern. Zusammenhänge und Ursachen aufzuzeigen, die dieses Land in die Eisenzeit marschieren lässt (eine Zeitrechnung nach der Bronzezeit, in der der Mensch begann, Eisen für Waffen zu verwenden). Es ist auch eine Auseinandersetzung der alten Dame mit ihrem Leben, ihrer Schuld und Einsamkeit. Der Literaturprofessor Coetzee schreibt in einer schnörkellosen und unpathetischen Sprache die trotz vieler Anspielungen und Verweise auf Klassiker immer gut verständlich, spannend und kurzweilig ist. Dieses Buch berührt einen zutiefst und nachhaltig.