Nachdem das Thema "Der Mann in der eisernen Maske" schon in verschiedenen Filmen, man denke an den aktuellsten von 1998 mit Leonardo DiCaprio als LudwigXIV./Philipp, ins kitschige gezogen wurde, ist dieses Sachbuch ein vernünftiges Werk in Bezug auf die Frage nach der Identität dieses geheimnissvollen Gefangenen, der angeblich 34 Jahre, von 1669 bis zu seinem Tod 1703 in verschiedenen französischen Festungen verbrachte, eingesprerrt auf Geheiss seiner Majestät Ludwig XIV.! Marcel Pagnol hat, sicher durch mühsame Kleinstarbeit, interessante und auch glaubhafte Beweise erbracht das es diesen Mann mit der Maske -sie war sicher nicht aus Eisen- tatsächlich gegeben hat und er nicht nur Erfindung ist, die grade gut genug scheint, um Filme ala Hollywood-Manier zu drehen! Ich konnte das Buch, was fast ein bisschen Romanblut in sich trägt, kaum aus der Hand legen, so eingefangen wurde ich von Pagnols detailierten Aufzeichnungen und überzeugenden, manchmal auch absichtlich etwas irreführenden Schlußfolgerungen. Es ist erfreulich, das er es nicht versäumt hat ein klares Bild über den Sonnenkönig abzugeben. Marcel Pagnol bezieht sehr vorsichtig Stellung zu den erbrachten Beweisen, die sich nicht nahtlos aneinender reihen lassen, da große Lücken entstanden, weil Schriftstücke, das Geheimnis über die Identität des Gefangenen betreffend, verloren gegangen sind, bzw. absichtlich vernichtet wurden, lange vor unserer Zeit! Trotz das dieses Buch nur weitere Vermutungen äußert, auch wenn Dokumente genannt werden, deren Echtheit ich sicher nicht anzweifle, ist es ein absolutes Muss, für jeden der sich mit französischer Geschichte befasst, diese fesselnde Werk zu lesen, um Einblick in etwas zu bekommen, was aus der Geschichtsschreibung ausgegrenzt wurde, als Märchen abgetan,und doch fast erwiesen ist.